Hilpoltstein

Kommunales Wohnbauprojekt mit Effizienzhaus-40-Standard

Entscheidung über Pelletheizung oder Sole-Wasser-Wärmepumpe auf letzte Stadtratssitzung des Jahres vertagt

28.11.2021 | Stand 04.12.2021, 3:34 Uhr
Mit einem Komplex für 31 einkommensorientierte Wohnungen wird die größte Lücke im Hilpoltsteiner Baugebiet Dorotheenhöhe in den kommenden Jahren geschlossen. −Foto: Münch

Hilpoltstein - Das kommunale Wohnbauprojekt der Stadt Hilpoltstein auf der Dorotheenhöhe soll nach dem Effizienzhaus-40-Standard errichtet werden. Darauf hat sich der Stadtrat am Donnerstagabend nach langer Beratung verständigt. Auf die letzte Sitzung des Jahres vertagt wurde dagegen die Entscheidung, ob der rund zehn Millionen Euro teure Komplex mit 31 einkommensorientierten Wohnungen, lieber eine Pelletheizung erhalten oder über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Bodensonden beheizt werden soll.

Keine Option für das Gremium sind dagegen die vorgestellten Varianten, das Wohnbauprojekt lediglich nach dem Effizienzhaus-55-Standard zu errichten. Die Ausführung in Massivbauweise und mit Pelletheizung käme abzüglich der erwarteten Förderung mit rund 9,5 Millionen zwar am günstigsten. Allerdings hätten hier die erforderlichen Anträge wegen eines auslaufenden Förderprogramms ebenso schon bis zum 14. Januar fertiggestellt werden müssen wie für einen Effizienzhaus-55-Bau mit Pelletheizung und in Holzbauweise, mit der die Kosten auf über 10,8 Millionen Euro steigen würden.

Bis zur Abstimmung am 9. Dezember wollen sich die Fraktionen nun mit dem Wirtschaftlichkeitsvergleich der beiden Effizienzhaus-40-Varianten vertraut machen, die aktuell auf Gesamtkosten in Höhe von 9,9 beziehungsweise 10,2 Millionen Euro veranschlagt werden. Einige Ratsmitglieder haben schon am Donnerstag ihre Sympathie für die innovativere Lösung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe zum Ausdruck gebracht, bei der die Wärme über Erdsonden aus dem Boden gewonnen wird. Allerdings braucht es dafür eine rund 15000 Euro teure Erkundung des Bodens, die laut Experten mit einem 20-prozentigem Risiko des Scheiterns verbunden ist. In diesem Fall müsste dann zwangsläufig eine Pelletheizung gewählt werden.

Völlig vom Tisch ist hingegen der Einbau einer Gasheizung, von der in den Basisplanungen für das kommunale Wohnbauprojekt bislang immer die Rede war. Aus Gründen der Ökologie und der Nachhaltigkeit ist sich der Hilpoltsteiner Stadtrat aber einig, gegebenenfalls auch etwas mehr Geld für das Großvorhaben, das 2024 fertiggestellt sein soll, auszugeben. Bei der Variante mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe würde sich die Stadt ihr gutes Gewissen einen Aufpreis zur Basisvariante in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro kosten lassen, wobei sich zugleich aber auch die Fördersumme um eine knappe Million Euro erhöhen würde.

HK


Jochen Münch