Ingolstadt
Kochen vor laufender Kamera

Das Vox-Küchenduell "Das perfekte Dinner" dreht beim Ingolstädter Künstler Marc Köschinger

05.02.2016 | Stand 02.12.2020, 20:14 Uhr |

Orangen schneiden unter Aufsicht: Marc Köschinger bereitet in seiner Küche das "perfekte Dinner" zu, während ein Kamerateam jeden Arbeitsschritt filmt und ihn dazwischen mit Fragen bombardiert. - Foto: Eberl

Ingolstadt (DK) Es war der erste Kocheinsatz in seiner frisch renovierten Küche - und der gleich vor laufender Kamera. Marc Köschinger kochte für die Sendung "Das perfekte Dinner" ein komplettes Menü. Vier Drehtage lang war der Künstler für die Folge, die in der Osterwoche laufen soll, im Dauereinsatz.

 

Davon ist Köschinger, in der Region bekannt durch sein Schmetterlingshaus in Eichstätt oder den von ihm entworfenen Truck für Peter Maffay, immer noch erschöpft. Denn es waren ja nicht nur das Kochen selbst und die Interviews darum herum, "ein Riesenbohei", wie Köschinger es nennt. Auch die Küche kostete Nerven, vor allem, weil sie Tage vor Drehbeginn noch gar nicht existierte.

Es begann mit einem Anruf in der Weihnachtszeit: Ob er sich vorstellen könne, beim "Perfekten Dinner" mitzumachen. Bei dieser Sendung laden Hobbyköche sich gegenseitig zum Essen ein und bewerten sich anschließend als Gastgeber. Köschinger, der "wahnsinnig gern" kocht, war sofort dabei - nur die Küche fehlte, den Einbau hatte er immer vor sich hergeschoben. Erst zwei Tage vor Drehbeginn hatte er den Ort des Geschehens in Eigenregie fertig gebaut.

An zwei Abenden war Köschinger, der sein Alter nicht verrät, dann bei anderen Kandidaten zum Essen eingeladen, bevor am Mittwochmorgen um acht das Kamerateam an seiner Haustür schellte. "Das ist viel aufwendiger, als ich mir das vorgestellt habe", erzählt Köschinger. Erst ging es mit dem kompletten Team zum Einkaufen, dann filmten die Drehleute ihn beim Werkeln in der Küche. Da komme es vor allem darauf an, sich gut abzusprechen, sagt Köschinger. Das Blech dürfe erst dann aus dem Ofen, wenn das Drehteam fertig für die Aufnahme ist. Improvisation inklusive: Der Kameramann musste wegen Platzmangels im Schrank sitzend filmen, und der Strom kam zum Teil vom Nachbarn - die Sicherung war wegen der Scheinwerfer mehrmals herausgeflogen.

Köschinger blieb trotzdem gelassen. Größtenteils habe sein Menü gut funktioniert, und die drei Gäste seien sehr nett gewesen: "Wir hatten eine supertolle Gruppe." Schwierig sei es eher gewesen, sich anschließend gegenseitig zu bewerten - denn nur einer bekommt am Ende die 3000 Euro Preisgeld.

Ihm sei es aber mehr darum gegangen, als Künstler in die Öffentlichkeit zu kommen, sagt Köschinger. Der Preis dafür sei, ein Stück Kontrolle abzugeben. Schließlich weiß auch er nicht, wie der Sender die unzähligen Interviews und Szenen später zusammenschneidet. Köschinger hat der Dreh zwar Spaß gemacht, trotzdem zieht er das Fazit: "Als Privatmann wüsste ich nicht, ob ich mir das angetan hätte."

In der Woche vom Ostermontag werden die Ingolstädter Folgen gesendet, auch Köschinger wird vorm Fernseher sitzen: "Da habe ich echt Angst vor, aber die Neugier ist größer." Erst einmal genießt er in den nächsten Tagen den Luxus, nicht mehr ständig im Scheinwerferlicht zu stehen: "Ich freue mich, dass ich mir heute nicht die Haare machen musste."