Kösching/Eichstätt

Klinik-Diskussion: Feuerwehren schreiben offenen Brief an Landrat

Gewerbeverein startet Onlinepetition und fordert Erhalt beider Krankenhausstandorte im Landkreis Eichstätt

17.02.2022 | Stand 21.02.2022, 3:34 Uhr
Die Klinik in Kösching. −Foto: Stephan, Archiv

Kösching - Knapp sieben Wochen vor der Entscheidung im Eichstätter Kreistag, welches der beiden Krankenhausstandorte im Landkreis Eichstätt seinen Status als Akutklinik verlieren wird, macht der südöstliche Landkreis massiv mobil.

Die Feuerwehrkommandanten von Kösching und Großmehring, Jürgen Meier und Florian Schneider, haben einen offenen Brief an Landrat Alexander Anetsberger geschrieben, der von mehreren anderen Feuerwehren aus der Umgebung unterstützt wird. Außerdem hat der Köschinger Gewerbeverein eine Online-Petition gestartet. Diese fordert einen Erhalt beider Akutstandorte in Eichstätt und Kösching.

Der Tenor des Briefes: Die Diskussion über die Schließung einer der beiden Notaufnahmen in Eichstätt oder Kösching dürfe nicht zum Nachteil der Bürger werden. Man sei stets bereit, den Menschen in Notfällen zur Seite zu stehen. Es brauche aber auch genügend Kapazitäten zur Behandlung von Patienten in den Kliniken der Umgebung. Durch eine mögliche Schließung einer Notaufnahme sehen die Feuerwehren darin ein großes Problem. "Wir als Kommandanten können hiermit in keiner Weise dem Abbau beziehungsweise der Schließung von Notaufnahmen im Landkreis Eichstätt zustimmen", heißt es in dem Brief. Man brauche die Notaufnahmen und sei davon überzeugt, dass das Klinikum in Ingolstadt die Kapazitäten nicht habe, die Fälle aufzufangen. "Eine Schließung der Notaufnahmen beziehungsweise der Krankenhäuser ist ein Faustschlag ins Gesicht einer jeden Rettungskraft. "

Petition gestartet

Der Gewerbeverein Kösching geht unterdessen mit einer Onlinepetition über die Plattform "Openpetition" dagegen vor, einen der beiden Akutstandorte zu schließen. Die Petition hat in den ersten Stunden bereits über 1400 Unterstützer bekommen. Im Einleitungsschreiben finden die Initiatoren deutliche Worte: "Wir sind sehr besorgt. Es geht um nichts weniger als unser höchstes Gut: unsere Gesundheit. " Die Gesundheit werde "momentan zum Spielball der Politik".

Die Agenda 2030, mit der der Landkreis die Kliniken neu ausrichten will, sei "der Wolf im Schlafspelz". Man fürchte, dass es Kösching als wegfallenden Akutstandort treffen werde. Aber: "Eine Entscheidung gegen Kösching schadet also der gesamten Wirtschaftsregion. " Man lasse die Argumente von Landrat Alexander Anetsberger nicht gelten: Man brauche weiter zwei Standorte für Krankenhäuser im Landkreis. "Die Agenda 2030 bedeutet ein Kliniksterben im Landkreis Eichstätt", heißt es im Einleitungstext der Petition.

DK

Ausführlicher Bericht folgt

Marco Schneider