Schrobenhausen
Klimaschutzdemo im Dauerregen

Aktionsbündnis Parents for Future protestierte gegen zu wenig handelnde Politiker und zu viel Konsum

29.11.2019 | Stand 23.09.2023, 9:42 Uhr
Im Nachmittagsverkehr über die Hörzhausener Straße: Rund 130 bis 150 Demonstranten protestierten am Freitagnachmittag nach Veranstalterangaben für einen besseren Klimaschutz. Mit bunten Transparenten zogen sie von der Altstadt um den Stadtkern und passierten dabei auch die Hörzhausener Straße. −Foto: Foto: Spindler

Schrobenhausen (SZ) "Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut", haben am Freitagnachmittag Klimaschutzaktivisten in der Schrobenhausener Altstadt skandiert.

Aufgerufen zu der etwas mehr als einstündigen Demonstration im Dauerregen hatte das Aktionsbündnis Parents for Future.

Kurz vor der angemeldeten Demonstration setzte der nachmittägliche Dauerregen ein, der die Demonstranten bei ihrem mehr als eine Stunde dauernden Marsch durch und rund um die Altstadt begleitete. Das schreckte die Klimaaktivisten um Klaus Toll, Renate Schwäricke und weitere in Schrobenhausen bekannte Persönlichkeiten aus der Szene der Naturschützer nicht ab.

In der Altstadt hielt Schwäricke als Umweltwissenschaftlerin ein flammendes Plädoyer für mehr Klimaschutz. Die Politiker müssten in Panik versetzt werden. Es gehe schließlich um die Zukunft der nächsten Generationen, so Schwäricke weiter: "Was nützt Bildung ohne Zukunft? " Die Politiker würden allesamt zu viel reden und zu wenig machen. "Fliegen, Autofahren, ständig neue Klamotten, Fleischkonsum, digitale Bilderrahmen, To-Go-Becher, Plastikverpackungen, Erdbeeren zu Weihnachten, Tiefkühlkost, Lebensmittel auf dem Müll? Was davon muss wirklich sein? ", fragte Schwäricke und bekam Applaus.

Begleitet von drei Streifenwagen der Polizei setzte sich der Zug von der Lenbachstraße durch die Bahnhof-, Bauer- und Hörzhausener Straße in Bewegung und zog danach wieder zurück ins Zentrum. Nach Veranstalterschätzung folgten dem Demonstrationsaufruf zwischen 130 und 150 Personen aller Altersgruppen.

Vor dem Bauer-Hauptgebäude sprach Reinhold Deuter als besorgter Großvater zu den Demonstranten. Zurück in der Altstadt war es Maxi-Paula Schwarzbauer, die für die Bündnisgrünen auf der Schrobenhausener Stadtratsliste als Spitzenkandidatin geführt wird, die die Demonstranten lobte: "Alle Schrobenhausener hier geben sich einen fetten Applaus, dass Ihr bei dem Scheißwetter alle gekommen seid. " Schwarzbauer erinnerte daran, dass am Freitag auch der konsumfördernde Black Friday sei: "Ihr wisst, was das heißt? Das ist Bullshit! " Der schwarze Freitag unterstütze lediglich Konzerne wie Amazon, die in Deutschland keine Steuern zahlten.

Die Demonstration verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Die Verkehrsstaus auf der Hörzhausener Straße hielten sich in Grenzen.

Jürgen Spindler