Großmehring

"Klassisches Dorfgebiet verändert sich"

Großmehringer Gemeinderat gibt Startschuss für die Aufstellung einfacher Innerortsbebauungspläne

22.03.2021 | Stand 26.03.2021, 3:33 Uhr
Für Großmehring und mehrere Ortsteile sollen Bebauungspläne aufgestellt werden. −Foto: Gemeinde Großmehring

Großmehring - "Wir sind an einem Punkt, wo wir Rahmenbedingungen schaffen müssen - sonst entstehen in unserem Ortskern Bauten, wie wir zum Teil schon haben, aber auf keinen Fall wollen: Große Gebäude mit vielen kleinen Wohnungen und Grundstücke voller Parkplätze.

" Mit dieser Aussage sprach Großmehrings Gemeinderat Thomas Heindl (CSU) das aus, was viele seiner Kollegen in der jüngsten Sitzung dachten. Nicht umsonst war bereits im Vorfeld entschieden worden, über einen einfachen Bebauungsplan für jene Gebiete Großmehrings und der Ortsteile nachzudenken, für die es bisher keine entsprechenden Bebauungspläne gibt. Erste konkrete Entscheidungen wurden nun auch in Zusammenarbeit mit einem Experten gefasst.

Da der unbeplante Bereich, so war man sich einig, zunehmend städteplanerischen Erwägungen unterliege, sei die Zeit gekommen, um zu handeln. "Das klassische Dorfgebiet mit großen Hofstellen, Wohngebäuden, Handwerk und Handel verändert sich zunehmend. Wenn wir hier in unserem Sinne eingreifen wollen, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, es zu tun", befand Bürgermeister Rainer Stingl (WFG). Von einer maßvollen Nachverdichtung ohne die Großmehringer Seele zu verbauen, sprach Ratsmitglied Johannes Mirbeth (CSU), während Monika Schneider (UW) sich einen Plan wünschte, um die Wohnqualität zu sichern. Gewisse Bedenken, was die Ausgestaltung eines möglichen künftigen Bebauungsplanes anging, sah Gemeinderat Helmut Sielaff (SPD): "Ich bin sehr dafür, den Status quo zu analysieren. Aufgrund der zu erwartenden Probleme der damit verbundenen Einschränkungen für unsere Bürger und der Kosten sollten wir das weitere Vorgehen nach der Analyse noch einmal genau überdenken. "

Gänzlich abgeneigt war aber auch er dem Thema nicht. Ähnlich wie Gemeinderätin Kathrina Preisinger (ABG) wünschte er sich bei der Erarbeitung auch eine enge Zusammenarbeit mit den Bürgern. Preisinger: "Wir müssen sinnhafte Regeln mit Augenmaß finden. "

Ganz leicht wird die Überplanung der in Summe 120 Hektar großen Fläche ohnedies nicht werden. Dies liegt freilich nicht an der Größe, sondern auch an der unterschiedlichen Struktur der acht betroffenen Teilgebiete, die sowohl den Großmehringer Ortskern als auch weitere Teile des Hauptorts und die Ortsteile Demling, Katharinenberg und Theißing beinhalten.

Insbesondere der Großmehringer Ortskern, für den im Jahr 2017 bereits ein städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) entwickelt wurde, stellt sich deutlich anders dar als die übrigen Teilbereiche. Entsprechend fiel der Beschluss, den Ortskern in der Ausschreibung der Leistungsanfrage zur Bauleitplanung als eigenes Los darzustellen. Ein weiteres Los bildet der übrige Hauptort, ein drittes die Ortsteile. Ebenfalls einstimmig fielen die Entscheidungen zur Erstellung einer Bewertungsmatrix für die Angebote, die Festlegung des Stichtags für die Abgabe und die Freigabe der Leistungsanfrage. Somit ist, so war man sich im Rat einig, nun der Startschuss für ein Projekt gefallen, das Großmehring länger begleiten wird.

DK