Irgertsheim

Kinder laufen für Opfer des Krieges

Friedenswoche an der Grundschule mit kreativen Ideen und vielen Gesprächen - Elternbeirat organisiert Spendenaktion

22.03.2022 | Stand 25.03.2022, 3:34 Uhr
Sport für eine gute Sache: 92 Kinder der Grundschule Irgertsheim nahmen zum Abschluss ihrer Friedenswoche an einem Spendenlauf für die Opfer des Krieges gegen die Ukraine teil. Das Geld dient der Versorgung ukrainischer Flüchtlinge, die in Neuburg angekommen sind. −Foto: Hammer

Irgertsheim - Unter dem Eindruck der schrecklichen Bilder und Berichte aus der Ukraine kam das Kollegium der Grundschule Irgertsheim eines Freitagmorgens auf eine gute Idee - und setzte sie sofort um: eine Friedenswoche.

"In der Pause konkretisierte sich die Idee. Die Kinder bekamen eine Pausenverlängerung. Bis Mittag waren Elternbriefe geschrieben und sämtliche Aktionen durchgeplant", erzählt Dagmar Spenger, die Rektorin. Schon am Montag darauf ging es los. Höhepunkt der Friedenswoche der Irgertsheimer Kinder war ein Spendenlauf für Kriegsopfer am vergangenen Freitag.

Der Elternbeirat half kräftig beim Organisieren. "Der Krieg in der Ukraine macht fassungslos und weckt bei vielen den Wunsch, den Betroffenen zu helfen", heißt es in einem Brief an alle Mütter und Väter. "Etwas tun statt hilflos zuzuschauen - das will auch die Schulfamilie der Grundschule Irgertsheim. " So schritt man gemeinsam zur guten Tat. "Wir haben das Gefühl, dass es immer gut ist, wenn die Schüler selbst etwas tun und sich beteiligen können. Die Nachrichten über den Krieg gehen schließlich an Ihren Kindern nicht vorbei. " 92 Schülerinnen und Schüler starteten am Vormittag in Gruppen. Jeder erhielt eine Laufkarte. Die freiwilligen Sponsoren - Familie, Freunde oder Bekannte - tragen einen Geldbetrag ein, den sie pro gelaufene Runde des Kindes geben möchten. Die Lehrkräfte notierten die Runden. Eine ist etwa 200 Meter lang. Die Kinder konnten rennen, gehen, walken oder auch mal eine gemütliche Runde einlegen. "Einige Kinder waren so motiviert und sind zwischen 20 und 30 Runden gelaufen! ", erzählt Spenger.

Die Sponsoren geben die erlaufenen Beträge nächste Woche in geschlossenen Umschlägen in der Schule ab. Elternbeiräte reichen sie an die Ukraine-Hilfe in Neuburg weiter.

An den fünf Tagen beschäftigte man sich abwechslungsreich mit dem Thema Frieden. Es gab eine Schulversammlung mit Friedensgebet. In den Klassen wurde besprochen, was die Kinder in diesen Tagen bewegt. Die Lehrerinnen gingen darauf ein. Es wurde allen nahegelegt, "dass es wichtig ist, dass jedes Kind friedlich und rücksichtsvoll mit anderen umgeht. " Die Kinder bastelten Friedenswünsche, stellten mit Engeln verzierte Klassenfotos in Form eines Peace-Zeichens im Pausenhof auf und gestalteten im Lehrerzimmer ein gut sichtbares Friedensfenster: Das Wort Frieden ist von Kinderhänden eingerahmt. Die Viertklässler schrieben Friedensgebete.

Eine kreative Idee trägt ein Friedenszeichen nach Hause. Dagmar Spenger: "Jedes Kind hat zwei Friedenstauben aus Papptellern gebastelt: Eine soll sichtbar daheim aufgehängt werden, die zweite wird verschenkt: an Großeltern, Nachbarn oder ein Kind, zu dem man besonders nett sein möchte und vielleicht in letzter Zeit nicht so nett war. "

DK