Schaitdorf

Karl Puschmann folgt auf den Bürgermeister

Nach 42 Jahren mit Michael Schneider vertritt der 51-Jährige nun die Schaitdorfer als Ortssprecher

13.05.2014 | Stand 02.12.2020, 22:42 Uhr

Der neue Ortssprecher von Schaitdorf heißt Karl Puschmann - Foto: Janda

Schaitdorf (sja) Der neue Ortssprecher von Schaitdorf heißt Karl Puschmann. Der 51 Jahre alte Rettungsassistent erhielt bei der Wahl das Vertrauen seiner Mitbürger. Neben Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) und vier Stadträten waren genau elf Einwohner der einst selbstständigen Gemeinde Schaitdorf erschienen.

Zehn stimmten für Puschmann, ein Wahlzettel war ungültig.

Der Rieder kennt sich mit ehrenamtlicher Arbeit bestens aus, seit Jahren leitet er die Riedenburger BRK-Bereitschaft. Nun kommt auch die kommunalpolitische Tätigkeit dazu. Und die kommt Puschmann gar nicht so unrecht, wie er gegenüber unserer Zeitung betonte. „Ich bin schon viele Jahre lang engagiert und finde, dass man sich als Bürger engagieren sollte.“ Aus diesem Grund kandidierte er bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr bereits zum vierten Mal auf der CWG-Liste für einen Sitz im Riedenburger Stadtrat. Dass es erneut nicht reichte, wurmt Puschmann jedoch nicht. Denn mit 976 Stimmen ist er nicht nur bester Nachrücker aller politischen Gruppierungen. Mit diesem Ergebnis hätte er in drei anderen Fraktionen sogar ein Mandat erobert. Sich als Ortssprecher für seine Heimat zu engagieren, war also nur die logische Folge.

Damit ist Puschmann der erste Ortssprecher in der bis zur Gebietsreform vor gut 40 Jahren selbstständigen Gemeinde. In den vergangenen 42 Jahren hatte Schaitdorf stets einen eigenen Stadtrat im Riedenburger Gremium – in Person des langjährigen Bürgermeisters Michael Schneider aus dem kleinen Hattenhofen. Der CSU-Politiker kümmerte sich nach Jahren als Dritter und als Zweiter Rathauschef auch als Stadtoberhaupt um die Belange seiner Heimat. Nach seinem Rückzug schloss Schneider ein Engagement als Ortssprecher jedoch frühzeitig aus. Auch der Wahl eines neuen Vertreters im Stadtrat blieb er fern.

Allzu große Probleme erwartet Puschmann, der auch Kreisbereitschaftsleiter beim Kelheimer BRK ist, jedoch nicht. In den vergangenen Jahren seien sämtliche Diskussionen gelöst worden, wusste er. „Die Wasserleitung, unser größtes Problem, ist seit dem Vorjahr gerichtet.“ Und auch die Straßen zwischen den Dörfern Schaitdorf, Ried, Hattenhofen und Dieterzhofen sind nach der Beobachtung des neuen Ortssprechers überwiegend in Ordnung.

Zwei Themenfelder werden ihn wohl dennoch in den kommenden sechs Jahren beschäftigen. Das Feuerwehrhaus der Schaitdorfer Wehr hat seine beste Zeit hinter sich. „Darüber kann man mal gemeinsam nachdenken“, erklärte Puschmann. Außerdem sieht er den Ausbau der erneuerbaren Energie als wichtige Aufgabe der Zukunft an. Im nördlichen Gemeindegebiet Riedenburgs dürfte dieser vor allem über Windkraftanlagen ablaufen. Eine davon entsteht derzeit unweit des Ortsteils Ried, im ehemaligen Munitionsdepot Schaitdorf. „Bisher habe ich aber von niemandem etwas Negatives gehört“, betonte Puschmann, dessen eigenes Haus nur etwa zwei Kilometer von dem Rotor entfernt liegt. Probleme erwartet er jedoch nicht. „Die Energiewende kann nur dort funktionieren, wo die Anlagen nicht stören“, stellte er fest. Auf dem früheren Bundeswehrareal sei dies der Fall.