Rennertshofen

Jugendtreff im Herzen der Gemeinde

In der Marktstraße entsteht ein 100 Quadratmeter großes Domizil für junge Rennertshofener

13.06.2014 | Stand 02.12.2020, 22:35 Uhr

Stolz vor ihrem neuen Domizil: Marco Schmid (von links), David Wilhelm und Dominik Winkler in der Marktstraße. Hier entsteht gerade der neue Jugendtreff. - Foto: Schanz

Rennertshofen (DK) Die Rennertshofener Jugend hat endlich ein Domizil gefunden – und zwar in der Marktstraße. Die Gemeinde mietete dafür ehemalige Räume des Friseursalons Metzker. Derzeit laufen die Umbauarbeiten für den Jugendtreff an. Die Aktiven sind noch auf der Suche nach Möbeln.

In Rennertshofen sprach man schon von einer unendlichen Geschichte. Nun scheint sie wirklich ein Ende zu finden. „Wir sind bestimmt schon seit fünf Jahren auf der Suche“, erzählt Sabine Engelhard, zweite Vorsitzende des Trägervereins. Umso größer ist die Freude, dass es nun geklappt hat: Die Jugendlichen werkeln bereits in ihren neuen Räumen, haben die Wände geweißelt, richten sich ein. Vereins-Vorsitzender Peter Strobl hat einige Helfer an der Hand.

Ob Sylvia Metzker von ihm nun die Jugendverdienstmedaille am Bande bekommt? Die Friseurin bot der Gemeinde die Räume in der Marktstraße an. „Ich wusste, dass man etwas sucht und ich wusste, dass ich verkleinern wollte. Das war eine günstige Idee“, erzählt Metzker. Mieterin der 100 Quadratmeter umfassenden Räume ist die Gemeinde.

Ein Verkaufstresen, der mit ein paar Barhockern richtig was her macht, hölzerne Balken und Verstrebungen, große Fenster: Daraus lässt sich was machen. Der Coolnessfaktor des neuen Domizils dürfte kein Problem sein. Immerhin sollen sich die jungen Rennertshofener hier auch wohl fühlen.

„Für Jugendliche gibt es sonst halt gar nichts, was sie hier machen könnten“, klärt der 17-jährige David Schmid über die Problematik auf. Außer in Willis Hütt’n kann man in der Marktgemeinde abends die Gehsteige hochklappen. „Wir müssen uns immer nach Neuburg fahren lassen“, erzählt auch Dominik Winkler (17). Die Busverbindungen seien schlecht, der Rufbus teuer. Und die Zeiten, in denen am Ortsrand eine waschechte Disco wummerte, sind auch vorbei. „Genau als ich 16 geworden bin, hat das Plaza zugemacht“, sagt David Wilhelm. Umso mehr hängen sich die Burschen nun ins Zeug, um sich ein Jugendtreff zu zimmern. „Wir sind voll eingespannt in die Organisation und die Arbeiten“, erzählt der Schüler Marco Schmid (16). Die älteren Mitstreiter kommen nach der Arbeit dazu und packen mit an. „Mich freut es natürlich, dass es geklappt hat“, sagt Bürgermeister Georg Hirschbeck und verweist auf seinen Vorgänger Ernst Gebert, in dessen Amtszeit die heiße Phase fiel. Auch der ehemalige Dritte Bürgermeister Johann Kreutzer habe sich engagiert. Dessen Nachfolger als Jugendreferent, Roland Engelhard aus Emskeim, verspricht ebenfalls Unterstützung – auch wenn er einen Standort am Ortsrand besser gefunden hätte. „Aber jetzt, wo es geklappt hat, stehe ich da auch voll dahinter“, sagt Engelhard.

Es ist die alte Grundsatzfrage: Wohin mit der Jugend? An den Ortsrand, wo niemand gestört werden könnte, oder in die Innenbereiche, wo es mehr soziale Kontrolle gibt? Beides hat Vor- und Nachteile. Rennertshofen hat sich nun entschieden, seine jungen Hüpfer im Herzen der Gemeinde anzusiedeln. Vielleicht pulsiert ja was.