Pfaffenhofen

"Jede hat ihren besonderen Reiz"

17.12.2009 | Stand 03.12.2020, 4:24 Uhr

Ein weihnachtlicher Wegweiser: Gemeinsam mit den Sponsoren und Stadtpfarrer Faulhaber stellte die Frauenunion in der Stadtpfarrkirche jetzt ihren Krippenführer durch den Landkreis vor. - Foto: Bendisch

Pfaffenhofen (bti) Vergleiche kommen für die Damen nicht in Frage, denn: "Jede Krippe hat natürlich ihren besonderen Reiz". Rechtzeitig zu den Feiertagen ist die schöne Broschüre "Krippen im Landkreis Pfaffenhofen" fertig worden, eine Initiative der Frauenunion.

Viele Besucher kennen oft nur die Kripperl im "Dunstkreis" des eigenen Wohnortes, aber im Landkreis gibt es viel zu entdecken. Mit ihrem Wegweiser möchte die Frauenunion zum einen den Krippenfreunden einen Leitfaden bieten, zum anderen aber auch zu weihnachtlichen Exkursionen anregen: "Nicht nur für Familien bietet sich an den kalten und grauen Tagen eine kleinere oder größere Rundfahrt an".

Die so genannte "staade Zeit" ist bekanntlich besonders hektisch: Beim Betrachten der Krippen findet man ein wenig Ruhe und Besinnung und kann sich so innerlich auf das Christfest einstellen. Zwei Jahre lang wurden die Daten für den Krippenführer zusammengetragen; die Fotos machten Antonie Schlierf und Martina Lackner-Westner: "Wir konnten natürlich nur in der Weihnachtszeit arbeiten, als alle Szenerien aufgebaut waren". Sponsoren der Broschüre sind die Hallertauer Volksbank, die Volksbank Raiffeisenbank Bayern-Mitte und die Hallertauer Vermögen-Management GmbH, und ab sofort liegen die Krippenführer in den Kirchen sowie in den genannten Geldinstituten kostenlos zum Mitnehmen aus.

Alle Pfarrer hätten die Idee sehr begrüßt, erklären die "Krippen-Sammlerinnen", die rund 25 Exemplare auflisteten und beschrieben. Hinweise auf Besonderheiten – bei der einen Krippe fährt das Christkind nach Einwurf einer Münze im Kreis, eine andere bietet Lichteffekte, fließendes Wasser und Musik, eine weitere besteht aus rund 150 Figuren – sind ebenso aufgeführt wie die Termine für den Szenenwechsel und die Öffnungszeiten der Kirchen.

Der Krippenführer erhebt noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll aber in den kommenden Jahren fortgeführt und ergänzt werden. FU-Kreisvorsitzende Katharina Gmelch sieht in der Broschüre auch einen Baustein zur Förderung des Tourismus im Landkreis: "In Ingolstadt oder Landshut gibt es bereits Krippenführer, und nun können wir zeigen, wie viel Schönes wir hier zu bieten haben".

Orientalische, heimatliche oder neapolitanische Krippen, alpenländische Stadl, Figuren aus Gips, Wachs oder Holz – aufwändig gefasst oder naturbelassen – liebevoll angefertigte Kleidung und eine Fülle von Details: In jeder Szenerie gibt es viel zu entdecken. An die 200 Jahre alt ist das von Klosterschwestern gefertigte herrlich naive Kripperl der Spitalkirche; ganz neu dagegen die Krippe in Ilmmünster.

Wer sich so viel mit Krippen beschäftigt, hat natürlich auch eine daheim, und bei Martina Lackner-Westner ist es ein Ensemble aus kleinen handgeschnitzten Figuren aus Tirol, das auf einem Tisch aufgebaut wird. Diese Arbeit lässt sich ihr Mann, amtierender Landrat Anton Westner, nicht nehmen, und man merkt ihm gleich an, wie viel Freude ihm das Kripperl bereitet: "Wir haben drei Ställe und eine Höhle – die habe ich als Bub 1958 selbst gebaut". Manche Krippenfiguren sind kostbar, andere werden es erst als ein Stück Familientradition, und so hängt Antonie Schlierf an ihren Exemplaren aus Kunststoff: "Als die Kinder klein waren, haben sie so gern damit gespielt . . ."