Ingolstadt

Infotafel am Festungsrundgang enthüllt

Neue Station weist auf die zweite Grundsteinlegung zur Bayerischen Landesfestung hin

27.04.2022 | Stand 30.04.2022, 3:34 Uhr
Stolz auf Nummer 23: Die neue Informationstafel auf dem Festungsrundgang enthüllten jetzt Maximilian Schuster (l.) und Oberbürgermeister Christian Scharpf. Die Tafel weist hin auf die zweite Grundsteinlegung zur Landesfestung, die an dieser Stelle in Resten noch zu sehen ist. −Foto: Brandl

Ingolstadt - Der Festungsrundgang in Ingolstadt hat eine neue Informationstafel erhalten.

Die Tafel mit der Nummer 23 weist auf die Grundsteinlegung zur Bayerischen Landesfestung Ingolstadt links der Donau am 25. August 1834 hin. Neben dem Grundstein rechts der Donau, der im Jahr 1828 für die zirkulare Befestigung mit ihren runden Wehrbauten gelegt wurde, handelt es sich um den zweiten für die Befestigung mit langen geraden Fronten.

Die charakteristische Form, die auf den Grundstein aufbaut, ist in Fragmenten noch sichtbar in einer Senke bei der Tafel. Sie steht gleich hinter der Technischen Hochschule am Rande des Glacis und wurde am Dienstagabend von Maximilian Schuster, Vorsitzender des Fördervereins der Landesfestung, und Oberbürgermeister Christian Scharpf (SPD) enthüllt. Die Festung werde in Bezug auf die derzeit vieldiskutierte Stadtidentität unterschätzt, sagte Scharpf. Sie übernehme nicht nur eine wichtige Rolle, was den Beinamen der Stadt als Schanz angeht. "Es gibt keine andere Stadt, die über ein derartiges Freilichtmuseum verfügt", so der OB. Dies müsse bei der Suche nach Identität - auch in Bezug auf den Tourismus - besser herausgearbeitet werden. Scharpf dankte zudem dem Förderverein, der das Aufstellen der Tafel möglich gemacht hat, für sein Engagement.

Stadtheimatpfleger Tobias Schönauer reiste mit den anwesenden Gästen anschließend in seinem Redebeitrag zurück in die Geschichte - und zwar in die Zeit, als der Grundstein gelegt wurde. Das Aufgebot, das Ingolstadt zu dem Anlass die Ehre gab, war mit Namen wie Feldmarschall Karl Philipp Fürst von Wrede, Kriegsminister Georg von Weinrich sowie dem Bischof von Eichstätt, Johann Friedrich Oesterreicher, prominent besetzt, und das Wetter ähnlich unberechenbar, wie am vergangenen Dienstag, als während der Enthüllung mit Regen gerechnet werden musste.

Im August vor fast 190 Jahren sei in der Nacht vor der Grundsteinlegung über der Schanz ein Starkregen niedergegangen, so Schönauer. Das gesamte Areal sei wegen der Nähe zur Donau unter Wasser gestanden. Um den Festakt mit geschätzt 8000 Leuten dennoch über die Bühne zu bekommen, sei das Wasser mit Händen abgeschöpft worden. Der Bauherr bekam von alledem offenbar nichts mit. König Ludwig I. habe seinerzeit nicht an der Grundsteinlegung teilgenommen, so Schönauer.

Der Festungsrundgang habe inzwischen überregionale Bekanntheit erlangt, teilt der Förderverein mit. Das unter Napoleon im Jahre 1806 entstandene Königreich Bayern strebte demnach zu seiner Sicherung den Bau einer neuen, starken Festung an. Sie sollte unter anderem den Übergang über die Donau sichern und der bayerischen Armee einen genügend gesicherten Lagerplatz zur Sammlung bei Beginn eines Krieges, vor allem aber einer erschöpften oder sogar geschlagenen Armee genügend Platz und Sicherheit zur Regeneration bieten. Dies gab den Anstoß zum Neuausbau Ingolstadts als Königlich Bayerische Landesfestung.

DK

Michael Brandl