Roth

Immer häufiger im Einsatz

Bei der Versammlung der hiesigen Fahrlehrer geht es auch um Defibrillatoren

10.07.2014 | Stand 02.12.2020, 22:29 Uhr

 

Roth/Hilpoltstein (HK) Vor allem um Erste Hilfe, Gefahrenvermeidung beim Motorradfahren sowie aktuelle Gesetzesänderungen ist es bei der Kreisversammlung des Landesverbands Bayerischer Fahrlehrer (LBF) im Rother Industriegebiet gegangen. Rund drei Stunden dauerte die Veranstaltung.

Zu den Gästen zählte auch Landrat Herbert Eckstein, dem die Sicherheit auf den Straßen im Landkreis sehr am Herzen liege. Allerdings bemängelte er, dass es heutzutage scheinbar mehr auf die technische Ausstattung der Fahrzeuge ankommen würde und weniger auf das fahrerische Können. Viele Autokäufer würden zwar viel Wert auf technische Hilfsmittel wie ABS und Co. in ihrem neuen Fahrzeug legen, würden sich dann aber die 100 Euro für eine Freisprecheinrichtung sparen, was wiederum auf Kosten der Sicherheit gehen würde.

Anschließend berichtete Andreas Erhardt von der Fahrlehrerversicherung über Neues aus dem Versicherungsrecht, Gefährdungshaftung in Sachen Unfällen, über die Mobilitätsgarantie und ihre Schattenseiten, über Schutzbriefe sowie über die Behandlung von Fremdfahrzeugen im Fahrschulbetrieb.

Im Vortrag von Rainer Koch vom TÜV Ansbach ging es um die neue Umsetzung von Prüfrichtlinien. Dazu zählt unter anderem auch eine korrekte Motorradbekleidung, die neuerdings Bestandteil der Ausbildung und der Prüfung sei. So muss nun in den Hosen und im Rückenbereich der Kleidung ein der DIN-Norm entsprechender Protektor integriert sein, ebenso wie im Ellbogenbereich. Bei Handschuhen sollte man auf geeignete Stulpen und ausreichende Stabilität achten. „Sich mit Jeans auf das Motorrad zu setzten, ist lebensmüde“, mahnte Koch, laut dem ebenfalls auf die Stiefel geachtet werden muss. Diese sollten aus gutem Leder bestehen und mit verstärkten Zonen ausgestattet sein.

Der Leiter der Rother Polizeiinspektion André Sewald referierte über die aktuellen Zahlen der Unfälle in Roth und Umgebung, die um 3,8 Prozent rückläufig waren. Als einen der Gründe nannte er dabei den relativ milden Winter. Darüber hinaus berichtete er über die neuerdings auf 55 Euro bestimmte Höchstgrenze für Verwarnungen sowie über moderne Geschwindigkeitsmessung, die nicht von neuen Fahrzeugtechniken wie der des Abstandsradars beeinflusst wird.

Über den Einsatz und die Handhabung eines AED (Automatisierter externer Defibrillator) zur Wiederbelebung verunglückter Personen nach einer Herzattacke sprach anschließend Ludger Harbke von der Ersten Hilfe Allersberg. Er machte deutlich, dass sogenanntes Kammerflimmern durchaus auch bei jungen Menschen auftreten kann. „Der Einsatz eines AED ist inzwischen häufiger als der eines Feuerlöschers“, sagte Harbke, laut dem es leider immer noch zu wenig öffentlich zugängliche Defibrillatoren gibt.