Ingolstadt

Im Westen bloß nichts Neues

15.06.2011 | Stand 03.12.2020, 2:43 Uhr

Ingolstadt (reh) Besuche von Torsten Fischer in Friedrichshofen können nur sehr zeitintensiv sein. Das liegt in dem abgasgeplagten Stadtteil in der Natur der Sache, wenn der Leiter des städtischen Amtes für Verkehrsmanagement kommt.

„Herr Fischer hatte richtig viel zu tun“, sagt Rainer Mühlberger, der Vorsitzende des Bezirksausschusses, über die jüngste Sitzung des Gremiums. Es hatten sich einige Themen angestaut, zu denen der Behördenleiter die frischesten Infos geben sollte. „Das war ein Wunsch von uns“, sagt Mühlberger. Denn es kündigten sich auch Bürger an, denen das neue Friedrichshofener Großprojekt einige Sorgen bereitet. Um 14 Hektar zwischen Friedrichshofener Straße, Klinikum und Ochsenmühlstraße soll der Stadtteil im Westen wachsen. Um etwa 170 Bauparzellen für geschätzt 400 Wohnungen. In einem ersten Schritt wird in der Nähe der Jurastraße und des Friedhofs gebaut. „Wir haben noch einmal erklärt, wie es genau aussehen soll“, sagt Mühlberger. „Einige fühlten sich nicht beteiligt.“

Dem kann der BZA-Chef aber klar entgegenhalten, dass sich eine Arbeitsgruppe mit Verwaltung, Stadträten, Ausschuss und zahlreichen Bürgern über Monate Gedanken gemacht hatte. Nach zahllosen Aufrufen hätte sich jeder engagieren können. „Vorbildliche Bürgerbeteiligung“, schwärmte Mühlberger. Jetzt muss er aber erkennen: „Wie so oft kommt man erst, wenn alles rum ist.“ Er meint die direkten Anwohner des Neubaugebietes, die dort am Ortsrand leben. „Das ist ja keine Garantie auf Lebenszeit, dass niemand in die Nähe baut“, meint Mühlberger.

In der langwierigen BZA-Sitzung sei es gelungen, die Befürchtungen der Anwohner weitgehend zu zerstreuen. Unter anderem versicherte Amtsleiter Fischer, dass zwischen Jurastraße und Friedhof nur vorübergehend neue Straßen für den Baustellenverkehr entstehen. „Die Betonmischer fahren ohnehin über die Ochsenmühlstraße von Westen an“, ergänzt Mühlberger. Er hält das Neubaugebiet für enorm wichtig. „Man tut hier was Gutes.“ Immerhin gebe es lange Wartelisten mit Interessierten. Die Flächen würden schnell vergeben, ist er sicher. Entsprechend sei für die besorgten Anwohner nach einer Phase der Unruhe auch wieder Entlastung von etwaigem Baulärm zu erwarten.

Die „etlichen neuen Leute“, die sich laut Mühlberger die Sitzung anschauten, will der BZA-Chef für weitere Besuche gewinnen. „Ich habe versucht, Werbung für uns zu betreiben.“ Es müsse in die Köpfe der Leute, dass der BZA als erstes Gremium für sie zur Verfügung stehe.