Ingolstadt

Im Fokus der NHL

17.12.2009 | Stand 03.12.2020, 4:24 Uhr
Thomas Greilinger −Foto: Bösl

Ingolstadt (DK) Wenn es ein deutscher Eishockeyspieler schafft, dass ihm das Internetportal der NHL auf seiner Startseite eine große Geschichte widmet, dann ist das eine besondere Ehre.

Zumal es sich im Fall von Thomas Greilinger, dem Stürmerstar des ERC Ingolstadt und DEL-Topscorer, um einen Spieler handelt, der zuvor nie in Nordamerika aktiv war. Aber die ungewöhnliche Geschichte des einstigen Nationalspielers, der nach Verletzungen jäh abstürzte und nun um so stärker ins Rampenlicht zurückkehrt, weckte auch das Interesse der besten Eishockey-Liga der Welt.

Auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei den DEG MetroStars erreichte unser Redakteur Gottfried Sterner den 28-jährigen Deggendorfer am Telefon, der in der für ihn typischen, niederbayerisch-gemütlichen Art völlig unaufgeregt auf die Fragen antwortete.

Herr Greilinger, Sie sind gestern von ihren Teamkameraden auf die Geschichte aufmerksam gemacht worden und erhielten viele Glückwünsche. Was bedeutet Ihnen das?

Thomas Greilinger: Ja mei, was soll ich dazu sagen. Das ist nett, dass die das schreiben. Ich wusste nichts davon, mit mir hat keiner geredet.

Wie finden Sie es denn, wenn auf der NHL-Homepage von der Rückkehr des größten Verlierers geschrieben wird, Sie als Ballon bezeichnet werden und Ihre früheren Gewichtsprobleme recht detailliert veröffentlicht werden?

Greilinger: Das gehört zu meiner Geschichte dazu. Aber ich habe ja 30 Kilo auf aktuell 90 Kilo abgenommen. Jetzt bin ich stolz darauf, dass ich mein Ziel erreicht habe und in die DEL zurückgekehrt bin.

Sie geraten durch die Geschichte noch mehr in den Fokus der NHL. Müssen sich die ERC-Fans Sorgen machen, dass Sie bald woanders spielen?

Greilinger: (lacht) Das glaube ich nicht. Ich hatte bisher keinen Kontakt zu einem Verein und rechne auch nicht damit, weil es ja jüngere Spieler gibt als mich. Aber wenn sich jemand aus der NHL melden würde, wäre das natürlich super.

Ihr Vertrag bei den Panthern läuft noch bis 2012. Wie verbunden fühlen Sie sich denn mit Ingolstadt?

Greilinger: Na ja, es läuft momentan ganz gut. Nach der vergangenen Saison war es schon wichtig für mich, zu sehen, wie es weitergeht. Aber da hat Jim Boni ja gut die Weichen gestellt. Jetzt müssen wir aber schauen, dass wir nach den zwei Niederlagen den Anschluss zu den Play-off-Plätzen nicht verlieren.

Ihr Team ist zuletzt auf Platz neun abgerutscht. Sind die beiden Spiele, heute in Düsseldorf und am Sonntag zu Hause gegen Mannheim wegweisend?

Greilinger: Die Tabelle ist noch eng, aber wir müssen nach den beiden Niederlagen punkten. Das sind zwei schwere Spiele. Düsseldorf hat einen guten Lauf und Mannheim ist eines der bestbesetzten Teams überhaupt. Wir müssen unsere Chancen konsequent nutzen. Unser Ziel ist der sechste Platz.

Bis 30. Dezember muss Bundestrainer Uwe Krupp seinen Kader für die Olympischen Spiele in Vancouver benennen. Sind Sie mit dabei?

Greilinger: Das weiß ich noch nicht. Aber beim Deutschland-Cup ist es für mich gut gelaufen, ich glaube schon, dass ich Chancen habe.

Letzte Frage: Sie drängen sich nicht in die Medien, aber der Rummel um Sie wird nach Ihrem sensationellen Comeback immer größer. Nervt Sie das?

Greilinger: Das ist okay und gehört mit dazu. Und wenn man Erfolg hat, soll man ja auch Interviews geben.