Ingolstadt

Hoch hinaus mit der Gemeinnützigen

An der Stargarder Straße steht seit Freitag einer der größten Baukräne der Stadt

21.08.2020 | Stand 02.12.2020, 10:43 Uhr
  −Foto: Hauser (3)/Bendzko

Ingolstadt - Mit ihrem Bauprojekt an der Stargarder Straße stößt die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft in nie erreichte Dimensionen vor.

Wie mehrfach berichtet, soll hier in gut zwei Jahren ein Gebäudeensemble mit 161 Wohnungen stehen. Zwei Bauten werden ganz offiziell als Hochhäuser gelten, also höher als 22 Meter sein. Eines reicht sogar an die 60 Meter heran. "Das ist eine Premiere für uns", sagt Alexander Bendzko, der Geschäftsführer der GWG. Wer hohe Häuser baut, der braucht dazu freilich besonderes Gerät. So steht seit Freitag auf der Baustelle ein Kran, wie ihn die GWG noch nie verwendet hat. Knapp 75 Meter hoch ist die Konstruktion, die Bauteile von über zwei Tonnen Gewicht in eine Höhe von 69 Metern heben wird. Derzeit freilich ist die Baustelle noch eben, die eigentlichen Bauarbeiten werden vorbereitet, die Wasserhaltung und der Verbau sind eingerichtet.

"Der Kran muss aufgebaut werden, bevor die Gebäude errichtet werden, sonst erreichen wir den Standort nicht mehr", erklärt Horst Weichenrieder von der GWG. Der Kran steht in der künftigen Tiefgarage der Anlage, in der es auch einen Kindergarten und gewerbliche Flächen geben wird. Um ihn herum entstehen die vier Gebäude. Um einen großen Kran aufzubauen, braucht man einen noch größeren Kran. Zum Einsatz kam an der Stargarder Straße in den vergangenen beiden Tagen deswegen ein weiteres Ungetüm. Der Autokran, der die Teile des Baukrans in die Höhe brachte - sie werden einfach zusammengesteckt und verschraubt - wiegt alleine 86 Tonnen. Hinzu kommen 44 Tonnen Ballast, die verhindern, dass er umfällt, wenn er schwere Lasten hebt. Unter anderem müssen insgesamt neun Betonblöcke als Gegenballast in rund 70 Meter Höhe gebracht werden. Jedes wiegt über zwei Tonnen, erklärt Christian Felber von der Firma BKL, die auf das Errichten von Kränen spezialisiert ist. "Wenn wir es darauf angelegt hätten, hätten wir den Kran auch schon im Laufe des Donnerstags aufbauen können", erklärt er. Darauf hätten die Spezialisten aber wegen des Wetters verzichtet. "Wir haben lieber alles vorbereitet und am Freitag früh angefangen. " Zu dieser Zeit seien die Bedingungen für die Kollegen in über 70 Metern Höhe ohne Schatten noch erträglich.

Um den Kran schwirrte beim Aufbau am Freitag eine Kameradrohne. Die Bilder sollen einmal Teil eines Image-Films über die GWG werden. Da macht ein großer Kran natürlich etwas her. Schade finden Bendzko und Weichenrieder allerdings, dass einer der Kräne an der Baustelle des Kongresszentrums noch ein bisschen höher in den Himmel ragt. "Rund fünf Meter", so Bendzko. Allerdings steht der auch etwas höher im Gebäude, weswegen sich die Spitze des an sich niedrigeren Krans weiter über Meeresniveau hebt als der an der Stargarder Straße. In rund fünf Wochen, wenn der Kran an der Schlosslände abgebaut wird, hat die GWG aber endgültig den größten.

Gut zwei Jahre wird der Kran auf der Baustelle stehen bleiben. Dann muss der Autokran wieder anrücken und ihn stückweise aus der Tiefgarage heben. Zu diesem Zeitpunkt wird unweit der Stargarder Straße wohl bereits ein weiterer groß dimensionierter Kran stehen: An der Weningstraße plant die GWG zwei weitere Hochhäuser.

DK