Neuburg

Grünes Licht für Anbau im Descartes-Gymnasium

Kreis-Bauausschuss will räumliche Entlastung im naturwissenschaftlichen Bereich

20.01.2022 | Stand 24.01.2022, 3:37 Uhr
Wichtiger Bildungsstandort in Neuburg: Das Descartes-Gymnasiums bekommt aller Voraussicht nach nahe der Sportflächen einen Erweiterungsbau für die naturwissenschaftlichen Fächer. −Foto: Haßfurter

Neuburg - Lieber klotzen statt kleckern: Das Descartes-Gymnasium in Neuburg soll einen zukunftsfähigen Anbau für die Naturwissenschaften bekommen. Darauf hat sich der Bauausschuss des Kreistags am Donnerstagnachmittag geeinigt. Das Gremium bevorzugte dabei eine große Lösung - um einer erneuten Baustelle in wenigen Jahren vorzubeugen.

Billig wird das nicht. Erste grobe Kostenschätzungen, die Markus Laumer als Hoch- und Tiefbauchef des Landkreises den Kreisräten präsentierte, bewegen sich zwischen 14,3 und 18,8 Millionen Euro. Die günstigste Variante umfasst einen Neubau mit drei Stockwerken, die teuerste neben einer vierten Etage auch einen Keller. Entstehen soll das Bauwerk am westlichen Rand des Pausenhofes, dafür müsste Laumer zufolge nicht nur ein Teil des Sportplatzes, sondern auch das Rondell auf dem Areal verschwinden.

Standort scheint alternativlos zu sein

Das Gremium sah das zwar als schmerzlich an und hätte sich durchaus Alternativen gewünscht. Eine Suche erübrigt sich allerdings. "Wir haben verschiedene Varianten und Standorte geprüft", erklärte Laumer. Der Eigentümer des Geländes, die Stiftung des Studienseminars, kann sich mit dem vorliegenden Entwurf aber am ehesten anfreunden. Große Möglichkeiten zur Verschiebung gibt es ebensowenig wie Änderungspotenzial in der Kubatur. Diese ist der Raumaufteilung geschuldet. "So bekommen wir für die naturwissenschaftlichen Sammlungen eine Verbindung zu allen Lehrsälen", erklärte Laumer dem Gremium.

Genau das, die Verteilung der Räume, zählt im Bestand zu den großen Problemen. Und nicht nur das: Auch die Technik in dem zum Teil aus den 1960er-Jahren stammenden Trakt erschwert den Unterricht. In einigen Übungsräumen funktionieren die Abzugseinrichtungen nicht mehr - weil nötige Ersatzteile fehlen. Andere Bereiche könnten nach Ansicht der Ausschussmitglieder gar einer der bekannten "Pepe Nietnagel"-Komödien aus den 1970ern entsprungen sein. "Der Stand im naturwissenschaftlichen Bau entspricht beim besten Willen nicht mehr dem Zeitgeist", erklärte Landrat Peter von der Grün. Der FW-Politiker wünschte sich daher vom Gremium ein klares Signal, die seit Jahren laufende Bildungsoffensive mit einem Anbau am Neuburger Gymnasium fortzusetzen. Ein Wunsch, dem die Räte nachkamen - und mit einer konstruktiven Debatte sogar manche neue Idee einbrachten.

So schlug Matthias Enghuber (CSU) - einst selbst Schüler im Descartes-Gymnasium - vor, die Verbindung zum Neubau an der Seminarstraße über einen unterirdischen Gang und eine Art Brücke zu realisieren. "Auf diese Weise wäre der Blick ins Grün nicht verbaut", so der Neuburger. Ebenso wie mehrere seiner Kollegen im Gremium sprach er sich zudem für einen großen Wurf aus. "Wir sollten über ein viertes Stockwerk nachdenken, bevor bald wieder Bedarf besteht", sagte Günther Schalk (FW). Bildungsreferent Werner Widuckel (SPD) forderte zudem ein starkes Signal an die Schülerinnen und Schüler. "Denn hier muss dringend etwas passieren", erklärte er. Ludwig Bayer (FW) schlug zudem Photovoltaik für das Dach vor.

Mit all diesen Ansätzen könnte sich auch die Schulfamilie anfreunden. Direktor Peter Seyberth bezeichnete die vorgebrachten Ideen als "bereichernd". Der Entwurf des Donauwörther Architekturbüros Obel ist in seinen Augen stimmig, da er mit dem Hohenbleicherbau im Süden einen Abschluss bilde. "Wir wären damit sehr glücklich, da uns der Anbau aus einer Verlegenheit heraushilft." Das sah auch der Landrat so, der dem Gremium für die Diskussion ein Kompliment aussprach. "Das macht Spaß", so von der Grün, der auch einem Ansatz Reinhardt Reißners interessiert lauschte. Der CSU-Politiker sprach sich gegen den in seinen Augen zu "klotzigen" Anbau aus und forderte eine Alternative. Diese könnte in seinen Augen eine Kooperation mit der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) bilden, die unweit der Schule auf dem Lassigny-Areal derzeit eine Außenstelle aufbaut.

Einstimmiger Beschluss für die nächsten Schritte

Bisher gibt es dem Landrat zufolge seitens der THI zwar kein Interesse. "Doch das kann sich vielleicht ändern", so von der Grün. Die Debatte überzeugte auch Reißner, das Projekt erst mal weiterzuverfolgen. Ebenso wie der Rest des Gremiums stimmte er für diesen Schritt - was die erste politische Willensbekundung für den Anbau darstellt. Die letzte wird es sicher nicht bleiben, nicht nur für den Anbau. Immerhin besteht mittelfristig Handlungsbedarf im Rest der Schule. Mit erheblichen Kosten.

DK

Stefan Janda