Allersberg

Große Rochade

Allersberger Schach-Club hat endlich ein Domizil gefunden – Ehemaliges Textilgeschäft gekauft

06.12.2013 | Stand 02.12.2020, 23:20 Uhr

Neue Heimat: Der Schach-Club Allersberg zieht in den Laden des ehemaligen Textilhauses Werner ein. Die Mitglieder stimmten in einer außerordentlichen Versammlung dem Kauf zu. - Foto: Täufer

Allersberg (tuf) Nach jahrelanger Suche nach einem Vereinsheim ist der Allersberger Schach-Club 2000 fündig geworden. Bereits der erweiterte Vorstand hatte kürzlich beschlossen, einen ehemaligen Laden zu kaufen.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde das Vorhaben vorgestellt und in geheimer Abstimmung entschieden sich über 90 Prozent der Mitglieder dafür, dem Vorschlag des Vorstands zuzustimmen. Dabei geht es um den Ladenbereich des ehemaligen Textilhauses Werner in der Weihergasse, das seit dem Tod des früheren Eigentümers leer stand. Der neue Eigentümer will den Ladenraum an den Allersberger Schach-Club 2000 verkaufen.

ASC-Vorsitzender Hartmut Täufer erinnerte daran, dass der Schach-Club in den vergangenen Jahren in zahlreichen Fällen habe kurzfristig improvisieren müssen. Man spielte in einem alten Schuppen, im ehemaligen evangelischen Gemeindehaus, im Jugendheim in Göggelsbuch, im Schülercafé der Marktgemeinde, in einer Massagepraxis, teilweise mussten Heimspiele auswärts ausgetragen werden.

Dies alles seien keine zukunftsträchtigen Lösungen gewesen. Auch dass der Schach-Club gegenwärtig im Altenheim spielen kann, sei keine Dauerlösung. Der Raum im Untergeschoss biete zwar insgesamt eine ansprechende Atmosphäre, sei aber für neue Interessenten nur schwer zu finden. Außerdem seien die Nutzungszeiten eingeschränkt.

Das frühere Textilhaus Werner liege optimal im Zentrum, Größe und Zuschnitt des Ladens entsprächen voll den Anforderungen des Schach-Clubs, so Täufer. Wichtig sei auch, dass es sich um ein Objekt handle, das der Verein finanziell verkraften könne.

Einen Wermutstropfen in das Projekt goss der Bayerische Landessportverband (BLSV). Er hatte es abgelehnt, das Projekt zu fördern und mitgeteilt, dass aus Staatsmitteln die Förderung von Schachräumen grundsätzlich nicht erfolge. Für die Finanzierung des Projekts hoffen die Allersberger Schachspieler jedoch darauf, dass sich Landkreis und Marktgemeinde einer Unterstützung für das Projekt nicht verschließen werden. Die sich rechnerisch ergebenden Unterstützungsbeträge sind relativ gering, für den Schach-Club jedoch grundlegend wichtig.

Der Unterstützung durch die Mitglieder ist sich der ASC-Vorstand sicher. Dass sie sich an Umbau und Einrichtung des Schachheims beteiligen werden, sei unumstritten, meinte ASC-Vorsitzender Hartmut Täufer, sei es durch umfangreiche Arbeitsleistungen, sei es durch finanzielle Unterstützung in Form von Spenden oder zinslosen Darlehen.

Bürgermeister Bernhard Böckeler, der vom Verein immer wieder auf die Raumsuche angesprochen worden war, bezeichnete das Vorhaben des Schach-Clubs als eine sinnvolle und sicherlich notwendige Aktion. Aus kommunalpolitischer Sicht sei es nur zu begrüßen, wenn im Kernort leer stehende Gebäude wieder genutzt werden.

Ähnlich äußerte sich Christian Kuhnle, der Vorsitzende des Schachkreises. Er verwies auf die erfolgreiche Jugendarbeit, die äußerst positive Mitgliederentwicklung des Vereins und das große Engagement der Mitglieder. Er sei überzeugt, so Kuhnle, dass der ASC mit einem eigenen Vereinsheim sich eine hervorragende Basis für die Zukunft schaffe.