Pfaffenhofen

Große Formate für große Fragen

In der Pfaffenhofener Galerie Kuk 44 stellt die kroatische Künstlerin Marija Koruga ihre Werke bis Mitte Juni aus

15.03.2020 | Stand 02.12.2020, 11:44 Uhr
Die kroatische Künstlerin Marija Koruga (links) stellt ihre Werke in der Galerie von Lea Heib aus. −Foto: Böhm

Gerolsbach - Einige Kunstinteressierte kamen zur Vernissage in die Pfaffenhofener Galerie KUK44 vergangene Woche. Galeristin Lea Heib hatte eingeladen, um die kroatische Künstlerin Marija Koruga vorzustellen.

Eine zierliche Frau, die da neben massiven Kunstwerken steht - zum Beispiel den sogenannten "Tondo". Es sind runde scheibenartige Objekte mit einem Durchmesser von 150 Zentimetern, aus Epoxidharz gefertigt. Auf die runden Holzpaneele wird reliefartig Lehm aufgetragen und die Flächen anschließend mit farbigem Epoxydharz-Schichten überzogen. Sie gehören dem Zyklus "Beauty is not enough" an. Die beiden Objekte, die Marija Koruga nach Pfaffenhofen mitgebracht hat, bestimmen den Raum, ziehen die Blicke der Besucher auf sich, spiegeln Licht, werfen Fragen auf. Fragen nach dem Begriff der Schönheit. Nach Berührung, Nähe und Distanz.

Aus zwei weiteren Zyklen sind Werke in der Ausstellung zu sehen: Zum einen der Zyklus "The common viewer", zum anderen der Zyklus "Das magische Quadrat". Alle Werke sind im Zeitraum von 2014 bis heute entstanden.

Im Zyklus "The common viewer" lässt sich Marija Koruga von anderen Künstlerinnen inspirieren, schlüpft in die Rolle der Beobachterin. Es geht ihr dabei vor allem um die Anerkennung der Leistung all dieser weiblichen Künstler, der Welt, die sie durch ihr jeweiliges Wirken erschaffen und den nachfolgenden Generationen von Künstlerinnen hinterlassen haben. In der Auseinandersetzung mit ihren Werken nähert sich Koruga ihnen an, schafft allerdings auch einen historischen Kontext für die Geschichte von Frauen in der Kunstszene.

Dabei geht es der 1988 in Zagreb geborenen Künstlerin nicht allein um die Stellungen von Frauen in der Kunst, sondern auch um die Frage des Feminismus an sich, diese eingefangen zum Beispiel in dem Werk "The art of complaining", eine Anspielung auf die Aktionen der "Guerilla Girls", die in vielen Teilen der Welt mit künstlerischen Aktivitäten, Projekten und Ausstellungen feministische Inhalte transportieren.

Der dritte Zyklus trägt den Titel "Das magische Quadrat". Hier steht der Prozess des Malens im Vordergrund, verbunden und austariert auf die kreativen Prozesse der Natur als einem Moment der Lebendigkeit. Naturgesetze werden in malerische Schrift transkribiert. Eine Komposition aus Formen und Farben, die organische und geometrische Formen miteinander verbindet, den Blick ansaugt, voller Intensität und Vitalität. Wie bereichernd und wundervoll, dass eine solche Künstlerin, die bei vielen Ausstellungen in Kroatien, Frankreich, Slowenien, Österreich und Deutschland repräsentiert ist, ihre Kunstwerke nach Pfaffenhofen mitgebracht hat. Die Ausstellung ist noch bis Mitte Juni zu sehen.

PK

Sibylle Böhm