Ingolstadt

Go west

02.03.2011 | Stand 03.12.2020, 3:06 Uhr

Schritt für Schritt soll Friedrichshofen expandieren. Links die Ochsenmühlstraße, oben die Friedrichshofener Straße.? Grafik: Stadtplanungsamt

Ingolstadt (DK) Gemeinsam geht’s besser. An dieses Motto haben sich die Friedrichshofener nicht immer gehalten. Aber bei dem großen Zukunftsprojekt der Westerweiterung dafür umso mehr. Bürgern und städtischen Planern schwebt eine Art Gartenstadt mit rund 400 Wohnungen und viel Grün vor.

Ein Arbeitskreis mit Vertretern der Bürgerinitiativen, des Bezirksausschusses, des Klinikums und des Stadtrates hat in den vergangenen Monaten viel Hirnschmalz investiert, um eine Lösung zu finden, mit der alle Seiten leben können. "Das war für alle eine Bereicherung", resümiert Ulrike Brand, die Chefin des Stadtplanungsamtes, diesen Diskussionsprozess. Auch der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Rainer Mühlberger, spricht von einer "vorbildlichen Vorgehensweise der Bürgerbeteiligung".
 

Das Ergebnis wird am 15. März dem Stadtentwicklungsausschuss präsentiert, der den ersten Bebauungsplan auf den Weg bringen soll. Die Dimensionen, um die es geht, sind beachtlich: 14 Hektar Gesamtfläche zwischen Friedrichshofener Straße, Klinikum und Ochsenmühlstraße, etwa 170 Bauparzellen für schätzungsweise 400 Wohnungen.

"Wir planen schrittweise, wollen uns aber für die Zukunft nichts verbauen", schildert Amtsleiterin Brand die Methode, nach der in Friedrichshofen vorgegangen werden soll. Es soll also nach und nach Bauland von Nord nach Süd ausgewiesen werden, aber die Gesamtentwicklung dabei immer im Blick. Start ist mit dem Gebiet, das von der Frankenstraße aus mit einer neuen Straßenschleife erschlossen wird. Zusätzlich ist eine Verlängerung der Jurastraße vorgesehen, die in einem Bogen südlich des Friedhofs wieder zurück auf die Jurastraße führt.

Eines der heikelsten Themen ist in Friedrichshofen der Verkehr, Stichwort Verlängerung der Leveling-, Entlastung der Friedrichshofener Straße. Nicht umsonst sind im Ortsteil zwei rivalisierende Bürgerinitiativen aktiv. Wie die Stadtplanerin erklärt, will man beiden Seiten gerecht werden, indem man schon am Anfang eine direkte Verbindung zwischen Ochsenmühlstraße und Klinikum schafft, allerdings nur für Mitarbeiter des Krankenhauses, Anlieger und Rettungsfahrzeuge, die bis zum Parkplatz des Klinikums fahren können. Der Durchgangsverkehr soll zunächst mittels Schranke ausgesperrt bleiben, um die Levelingstraße nicht weiter mit Lärm zu belasten.

Im Zentrum des ganzen Wohngebiets soll eine grüne Mitte geschaffen werden, die auch Standort für einen Kindergarten oder andere Gemeinschaftseinrichtungen sein kann. Grün ist überhaupt ein Leitgedanke. Ulrike Brand spricht vom "Gartenstadtcharakter" des Viertels mit einem Netz von Rad- und Fußwegen.