Ingolstadt

Gleicher geht’s nicht

Bei der vierten Job-Total-Messe setzt die Agentur für Arbeit auf einheitliche Stände – und einen zweiten Veranstaltungstag

19.06.2015 | Stand 02.12.2020, 21:10 Uhr

Setzen auf das neue Job-Total-Konzept: Organisator Sven Neuenfeldt, Oberbürgermeister Christian Lösel und Manfred Jäger, Leiter der Arbeitsagentur (von links) - Foto: Agentur für Arbeit Ingolstadt

Ingolstadt (DK) Vor Gott, dem Gesetz und bei der reformierten Job-Total sind alle gleich – zumindest mehr oder weniger: Jeder Aussteller der großen Messe, die Mitte Oktober zum vierten Mal in der Saturn-Arena stattfindet, bekommt diesmal gleich viel Platz, jeder Stand besteht aus einem Stehtisch und zwei Barstühlen. Einzig die dahinter aufgehängten Plakate unterscheiden die Firmen noch voneinander.

Der Veranstalter, die Agentur für Arbeit Ingolstadt, rechnet wieder mit mehr als 100 großen und kleinen Firmen aus der Region, die sich bei einer der größten derartigen Messen Süddeutschlands präsentieren wollen.

Das neue Motto lautet: „Einfach kommen, hinstellen – es ist alles fertig“, sagt Sven Neuenfeldt von der Agentur für Arbeit, der die Job-Total plant. Diese Einfachheit dürften viele Firmen schätzen, die bei anderen Messen einen viel höheren Aufwand betreiben müssten, glaubt Neuenfeldt. Der aufwendige Auf- und Abbau entfällt, es reicht ein kleines Team, das kurz vor Beginn mit ein bisschen Infomaterial und ein paar Ideen im Kopf in die Halle kommt. Kleinere Firmen müssten nicht fürchten, angesichts der Konkurrenz völlig übersehen zu werden. „Und die Kommunikation ist wesentlich besser als bei anderen Messen“, ergänzt Pressesprecher Peter Kundinger. Zum einen, weil die Gesprächspartner sich an dem puristisch gehaltenen Tisch automatisch näherkämen, andererseits könne sich keine Firma hinter zu viel Schnickschnack verstecken. In anderen Städten habe sich dieses Konzept, das von der Bundesagentur für Arbeit stammt, schon bewährt. „Wir haben schon ganz viele Anfragen“, sagt Manfred Jäger, der Leiter der Agentur für Arbeit Ingolstadt. So eine Messe gebe es sonst in der ganzen Region nicht. Er glaubt auch, dass 7000 Besuchern an beiden Tagen kommen werden.

In separaten Räumen können sie ihre Bewerbungsmappen prüfen lassen, auf einer Bühne sprechen unter anderem Jobcoaches über ihre Erfahrungen. Und ein bisschen Extravaganz wird den größeren Firmen auch eingeräumt: Auf zusätzlichen Aktionsflächen können sie besondere Produkte ausstellen, zum Beispiel Elektrofahrzeuge.

Auch Max Prem von der Pfaffenhofener Firma Wema Zerspanungstechnik schätzt die Job-Total. Im vergangenen Jahr war er das erste Mal dabei. „Es war hochinteressant“, sagt er. „Teilweise hatten wir sieben, acht Jugendliche gleichzeitig mit ihren Eltern am Stand.“ Als Ansprechpartner habe er die eigenen Auszubildenden mitgenommen. „Die waren motiviert bis in die Haarspitzen.“

Das weltweit tätige Unternehmen Kasperky, dessen Marketing- und Vertriebsgesellschaft in Ingolstadt sitzt, ist auch regelmäßig vertreten, nicht nur wegen des Werbeeffekts, wie Andrea Schneider betont: „Ausbildung, Beruf, Karriere – es geht um alles.“ Beide Firmen werden sich auch in diesem Jahr präsentieren.

Die einheitlichen, kleinen Stände sind nicht die einzige Veränderung zum Vorjahr: Erstmals wird die Messe zwei Tage lang stattfinden: Am 14. Oktober geht es um Beruf und Karriere, am 15. Oktober um Ausbildung, Studium und duales Studium.

Auch Münevver Ahirzaman wird wohl wieder in die Saturn-Arena gehen, obwohl sie schon eine Ausbildungsstelle gefunden hat. „Es ist ja immer gut, sich zu informieren“, sagt die junge Frau, die schon im vergangenen Jahr dort war. Sie wird ab September eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten beginnen.

Erwin Kriegbaum, der Elektro- und Informationstechnik studiert hat, hat sich bei einer Firma als Ingenieur beworben, die er zuvor bei Job-Total kennengelernt hatte. „Es waren viele Firmen dort, die Ingenieure gesucht haben“, sagt der junge Mann. „Gut war auch, dass man gleich seine Bewerbungsunterlagen abgeben konnte.“

Dass Interessenten am Ende nicht die gewünschten Firmen finden, weil alle Stände fast identisch sind, glaubt Organisator Neuenfeldt nicht. Aber sie müssten sich wohl umstellen. „Hier müssen sich die Leute eben mehr Zeit nehmen und auch mal den Katalog wälzen.“