Wettstetten

Gemeinderat lehnt Tierheim entschieden ab

Ehemaliges Minigolfgelände am Adlmannsberg bei Wettstetten sollte umgestaltet werden - Lärm befürchtet

29.09.2017 | Stand 02.12.2020, 17:25 Uhr
Der Mischlingshund Koda schaut sich schon mal auf dem Adlmannsberg in Wettstetten um: Auf dem ehemaligen Minigolfgelände (im Hintergrund), das zur Stadt Ingolstadt gehört, ist eine Tierschutzeinrichtung geplant. Der Wettstettener Gemeinderat lehnte das Vorhaben aber wegen der zu erwartenden Lärmemissionen und der nicht gesicherten Erschließung am Donnerstag ab. −Foto: Gülich

Wettstetten (DK) Die Wettstettener Gemeinderäte berieten in ihrer Sitzung am Donnerstagsabend unter anderem über die beantragte Nutzungsänderung eines Minigolf-Clubhauses in eine Tierschutzeinrichtung.

Das ehemalige Minigolfgelände war von der früheren Besitzerin an den Tierschutzverein Neuburg-Schrobenhausen vererbt worden. Dieser legte nun Pläne vor, das Areal zu einem Tierheim einschließlich zweier Wohnungen für Tierpfleger und Hausmeister sowie einem Tierfriedhof umzugestalten.

"Die zuständige Baugenehmigungsbehörde ist die Stadt Ingolstadt, da das Grundstück in der Gemarkung Etting liegt; aber als Nachbar müssen wir gehört werden", informierte der Wettstettener Bürgermeister Gerd Risch, der die Entwürfe des Tierschutzvereins in der Sitzung vorstellte: Neben der Aufnahme und Versorgung von Hunden, Katzen, Kleintieren, Stadttauben und Exoten wie Papageien solle ein Tierfriedhof betrieben werden und der Schwerpunkt allgemein auf alten Tieren liegen (Tierhospiz). Ferner seien Volieren für Wellensittiche und verschiedene Papageienarten, Einzelvolieren für die Haltung unverträglicher Vögel und eine Großvoliere für Tauben der Stadt Ingolstadt geplant.

Das Projekt selbst sei eine tolle Sache, ein Tierhospiz "aller Ehren wert", sagte der Rathauschef. Allerdings halte er die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wettstettener Wochenendhaussiedlung am Adlmannsberg für unpassend. "Sinn und Zweck eines Wochenendhauses ist es ja gerade, dass ich da meine Ruhe habe", befand er unter Zustimmung aller Gemeinderatsfraktionen.

Ein Tierheim vertrage sich hier nicht, sagte Risch und führte sowohl die Geräuschkulisse als auch das zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen als Störfaktoren an. Zusätzlich sei die Erschließung nicht gesichert, da das Grundstück vor allem über Privatwege zu erreichen sei.

Der Wettstettener Gemeinderat sprach sich aus diesen Gründen einstimmig gegen die beantragte Nutzungsänderung und das Bauvorhaben aus. Darüber endgültig entscheiden muss nun die Stadt Ingolstadt.