Ingolstadt
Gaudi mit Gegensätzen

Schanzer Herbstvergnügen: Am Samstag komplett verregnet, am Sonntag über 80 Meter Schlange am Eingang

27.09.2020 | Stand 23.09.2023, 14:23 Uhr
Geballte Frauenpower: Eine Fahrt im Autoscooter ist immer ein Vergnügen. −Foto: Eberl

Ingolstadt - Dieses Wochenende wird zweifellos in die Annalen des Herbstfestes eingehen: War der Samstag nahezu komplett verregnet, lachte am Sonntag die Sonne von einem meist weiß-blauen Himmel.

 

Und genauso gegensätzlich war der Besucherandrang: Während am Samstagabend nur wenige Jugendliche anzutreffen waren, warteten am Sonntagnachmittag die Besucher geduldig in einer langen Reihe vor dem Eingang nahe der Feuerwehr. Gegen 16 Uhr erreichte die Schlange eine Länge von über 80 Metern.

Die meisten hatten sich zuvor angemeldet, denn es dürfen maximal 800 Menschen auf das Festgelände an der Dreizehnerstraße. Diejenigen, die drin waren, durften sich freuen, denn sie konnten sich bei angemessenen Temperaturen unbeschwert auf dem Gelände bewegen.

Ganz anders der Abend zuvor: Bei einstelligen Temperaturen und nahezu 24 Stunden Dauerregen war das Schanzer Herbstvergnügen einen Tag nach der Eröffnung zu einer Gaudi besonderer Art geworden. Daran änderte auch einer der größten Hits von Albert Hammond nichts, der aus einem Fahrgeschäft ertönte: "It never rains in Southern California" klang unter diesen Umständen wie "Highway to Hell" in der Christmette in der Oberen Pfarr.

Das Areal war erleuchtet, Fahrgeschäfte wie das Riesenrad schon weithin sichtbar. Doch es ist kein Herbstfest wie die vergangenen Jahrzehnte, Covid-19 fordert seinen Tribut und damit viele Einschränkungen.

Nur vereinzelt zogen Gruppen von Jugendlichen über das Areal, Erwachsene sah man kaum. Nur zwei Fahrgeschäfte waren überhaupt in Betrieb. "Kommt doch eh keiner mehr heute Abend", hieß es seitens eines Schaustellers. Auch die Frage, ob denn überhaupt bisher was los war, konnte man sich sparen: Ein Schulterzucken und der Halbsatz "Bei dem Wetter . . . " mussten als Antwort am Süßigkeitenstand genügen. Die Zwetschgenbavesen mit Kirschfüllung schmeckten aber trotzdem.

Einer der Biergärten hatte zu, im anderen waren drei Tische besetzt. "Herbstfest ist Herbstfest, antwortete eine junge Ingolstädterin auf die Frage, warum sie und ihre Freunde trotz Regen und Kälte gekommen sind. Ob ihnen nicht kalt ist? "Nein, wieso? ", lautete die Antwort: "Mir san ja erst seit zehn Minuten da. " Bis 11. Oktober haben sie ja noch ausreichend Gelegenheit, das "Herbstfest light" zu besuchen.

DK

 

Bernhard Pehl