Pfaffenhofen

Frühjahrsputz für Wald und Flur

Ramadama-Aktion treibt am Samstag wieder Tausende zum Müll sammeln hinaus in die Natur

15.03.2018 | Stand 02.12.2020, 16:41 Uhr
Plastikflaschen, Tüten und sogar unerlaubt entsorgte Radkappen haben die Kinder am Bahndamm bei Fahlenbach bei der Ramadama-Aktion vor zwei Jahren gefunden. −Foto: A. Ermert

Pfaffenhofen (PK) Die landkreisweite Ramadama-Aktion treibt am morgigen Samstag insgesamt schon im 22. Jahr in Folge wieder Tausende freiwillige Helfer hinaus in die Natur - zum Müll sammeln beim großen Frühjahrsputz in den Wäldern und Fluren sowie an den Straßenrändern.

Ein Mann der ersten Ramadama-Stunde ist Alfred Weiß senior (kleines Foto) aus Fahlenbach. "Ich hab da immer schon mitgeholfen, mit Feuereifer, vom ersten Mal an. Ich bin immer mit dem Bulldog samt Anhänger unterwegs. Da sitz ich weit oben, hab die Übersicht und kann die Kinder dirigieren, wo der Müll liegt ", erzählt er. Mindestens 25 Mädchen und Buben aus dem Rohrbacher Ortsteil sind Jahr für Jahr beim Ramadama unterwegs. Wer noch keine acht Jahre alt ist, muss von einem Elternteil begleitet werden. Zwei Bulldogs hat die Dorfgemeinschaft jedes Jahr im Einsatz: In der eigenen Ortschaft und bis raus nach Fürholzen, Buchersried, Schwaig oder Rohrbach wird aufgeräumt. "Wir machen das für den Zusammenhalt im Dorf und zeigen damit die Verbundenheit mit unserer Heimat", berichtet Weiß. "Für a Halbe Bier und a Wurstsemmel", sagt er. "Mehr muss da auch nicht sein, wenn dafür alles wieder sauber ausschaut."

Die Fahlenbacher kennen ihre "traditionellen" Schandflecken mittlerweile genau. Schließlich sammelt sich der Müll aus unerfindlichen Gründen immer wieder an denselben Stellen an. Besonders am Bahndamm entlang, da ist am schlimmsten. "Man glaubt gar nicht, was da alles weggeworfen wird", erzählt Weiß, das Ramadama-Urgestein. Unmengen von Plastik- und Papiertüten, Plastikflaschen und leere Bierflaschen sammeln die Kinder ein. Voriges Jahr lag sogar ein toter Fuchs am Straßenrand. "Am Anfang rennen die Kleinen wie die Wilden. Eifrig zeigen sie mir jedes Teil, das sie finden", so Weiß. Aber mit der Zeit werden die Kleinen ruhiger. "Dann geht's langsamer", erzählt er. Was ihn jedes Jahr ärgert: "Die Autofahrer rasen rücksichtslos an unserer Gruppe vorbei. Dabei sehen die doch, dass hier kleine Kinder unterwegs sind." Vor lauter Eifer laufen die auch gerne mal kreuz und quer über die Straße. "Da muss man als Betreuer auf der Hut sein."

Was Weiß überhaupt nicht gefällt: "Es kommt mir so vor, als wenn die Leute vor dem Ramadama absichtlich ihren Müll an der Straße entlang entsorgen, damit die anderen ihn wegräumen", meint er. Da liegen dann alte Autoreifen, Schutzkappen, Holzabfälle, Kleidung - einfach alles, was die Leute nicht mehr brauchen. "Grundsätzlich halte ich die Aktion schon für sinnvoll. Aber nach einer Woche liegt halt wieder überall was rum", ärgert sich Weiß.

Sein Sohn Alfred ist übrigens der Organisator des Fahlenbacher Ramadama, bei der die Jugendabteilung des Sportvereins federführend ist. Am Samstag um 8 Uhr ist wieder Treffpunkt am Vereinsheim, Schluss wird so gegen Elf sein. "Jeder bekommt bei uns fünf Euro und Wurstsemmeln mit Getränk. Die Erwachsenen spenden das Geld in aller Regel an den Verein", teilt Alfred Weiß junior. Die Liebe zur Natur und zur Dorfgemeinschaft ist in der Familie tief verankert. In vielen Dörfern gibt es Menschen vom Schlag der Familie Weiß. Und so lange das so bleibt, braucht sich um eine der nettesten Aktionen, die der Landkreis im Jahreslauf zu bieten hat, niemand zu sorgen.

Das wissen auch die Verantwortlichen vom Abfallwirtschaftsbetrieb (AWP). Oft seien es gedankenlose Mitbürger, die Getränkedosen, Zigarettenschachteln oder Schokoladepapier aus Bequemlichkeit einfach liegen lassen. "Aber es werden auch Abfälle gezielt an Parkplätzen, Straßenrändern sowie in Wald und Flur abgeladen - oder mal schnell der Aschenbecher ausgeleert", weiß Abfallberater Godehard Reichhold. Der AWP stellt die Abfallcontainern für die gesammelten Abfälle und eine Brotzeit für die Helfer bereit. "Wir wollen durch solche Aktionen das Umweltbewusstsein der Bevölkerung - insbesondere der Kinder und Jugendlichen - jährlich aufs Neue schärfen", sagt Landrat Martin Wolf (CSU), weshalb er die Aktion so schätzt. Jetzt hänge alles von den Freiwilligen ab. Wer noch keinen festen Platz hat, so wie beispielsweise die Fahlenbacher, kann sich kurzfristig beteiligen, indem er einfach zu einem der im Infokasten genannten Treffpunkte kommt - und eifrig mithilft beim Frühjahrsputz für Wald und Flur.
 

Ramadama-Treffpunkte in den Gemeinden

Baar-Ebenhausen: Bauhof in Ebenhausen, Sportheim in Baar (jeweils um 8.30 Uhr). Paul Thaller, (08453) 32 05 22.

Ernsgaden: Bauhof (8 Uhr). Karl Huber, (0172) 8 32 97 82.

Geisenfeld: Bauhof (8 Uhr). Sabine Able, (08452) 98 40.

Gerolsbach: Bauhof in Gerolsbach, Alter Wirt in Alberzell und Singenbach, Feuerwehrhäuser in Klenau und Schachach, Gasthaus Dafelmair in Strobenried (jeweils um 9 Uhr). Franz Haberer, (08445) 92 89 14.

Hettenshausen und Ilmmünster: Recyclinghöfe (jeweils 9 Uhr). Wolfgang Lausecker, (08441) 80 73 12.

Hohenwart: Bauhof in Hohenwart, Feuerwehrhäuser in den Ortsteilen (jeweils 8.30 Uhr). Sabine Schmidmeir, (08443) 69 11.

Jetzendorf: Parkplatz an der Raiffeisenbank (9 Uhr). Stefan Schmid, (08137) 93 01 15.

Manching: Bauhof in Manching, Feuerwehrhäuser in den Ortsteilen (jeweils um 8 Uhr). Rainer Hofer, (08459) 85 26.

Münchsmünster: Bauhof (8.45 Uhr). Siegfried Gellrich, (08402) 93 99 13.

Pfaffenhofen: Stadtwerke (8 Uhr). Claus Reisner, (08441) 78-1 36.

Pörnbach: Bauhof in Pörnbach, Dorfheim in Puch, Feuerwehrhaus in Raitbach (jeweils 9 Uhr). Helmut Bergwinkel, (08446) 10 33.

Reichertshausen: Bauhof in Reichertshausen, Dorfplatz in Steinkirchen, Schützenheim in Lausham (jeweils um 8.45 Uhr). Günter Fuchs, (08441) 8 58 20.

Reichertshofen: Parkplatz Jahnstraße in Reichertshofen, Gasthaus Söltl in Hög, Sportheim in Langenbruck und Winden, Maibaum in Agelsberg (jeweils um 8.30 Uhr). Christian Röckl, (0173) 5 66 15 08.

Rohrbach: Wertstoffhof in Rohrbach, Vereinsheim in Fahlenbach (jeweils um 8 Uhr). Peter Kremer, (08442) 96 70 15.

Scheyern: Bauhof (8.30 Uhr). Sabrina Jany, (08441) 80 64 24.

Schweitenkirchen: Bauhof in Schweitenkirchen, Feuerwehrhäuser oder Wirte in Ortsteilen (jeweils 8 Uhr). Peter Linke, (08444) 92 75 19.

Vohburg: Bauhof (7.30 Uhr). Julia Schabenberger, (08457) 92 92 13.

Wolnzach: Bauhof (9 Uhr). Michael Fricke, (08442) 65 21.