Ingolstadt

Flüchtlings-Beratung: Stadt greift Trägern finanziell unter die Arme

Sozialausschuss befürwortet 6500 Sachkostenzuschuss je Stelle - und auch beim fehlenden WLAN für Asylbewerber-Einrichtungen ist Abhilfe in Sicht

11.03.2021 | Stand 14.03.2021, 3:33 Uhr

Ingolstadt - Es sei eine Lücke in der staatlichen Förderung, so Sozialreferent Isfried Fischer.

In der Sitzung am Mittwoch sprach sich der Sozialausschuss des Stadtrates einstimmig dafür aus, den Trägern der Flüchtlings- und Integrationsberatungsstellen in Ingolstadt für drei Jahre einen Sachkostenzuschuss von 6500 Euro je Vollzeitstelle zu gewähren. Die jährlichen Kosten für die 10,44 landesgeförderter Beratungsstellen in Ingolstadt belaufen sich auf 56160 Euro.

Die Berater - neben einem städtischen Träger sind das die Caritas in Ingolstadt und Pfaffenhofen, die Diakonie, der IKS und der Förderkreis evangelische Jugendarbeit - kommen zum Einsatz, etwa um über die Grundzüge des Deutschen Gemeinwesens aufzuklären oder in sozialen Fragen Hilfe zu leisten. Corona habe gezeigt, dass die Unterstützung und Beratung hier ganz besonders wichtig sei. Die bislang geltende Richtlinie war zum Jahresende ausgelaufen. Nach der neuen haben die Träger bei den Personalkosten einen Eigenanteil von über 20 Prozent, die Sachkosten wären völlig von ihnen zu tragen. Um das Angebot weiter finanzieren zu können, haben sich die Träger an die Stadt mit einem Antrag auf Zuschuss zu den Sachkosten gewandt.

Abhilfe ist, was fehlende WLAN-Anschlüsse in Asylbewerber-Einrichtungen anbelangt, in Sicht. Wie Fischer sagte, sei man in Kontakt mit dem privaten Verein "Refugees online", der bereits über 600 Unterkünfte in Bayern mit Internet versorgt hat. Am Donnerstag sollte eine Videokonferenz zwischen dem Verein und Mitarbeitern der Regierung von Oberbayern zur Umsetzung in der von der Regierung betriebenen Einrichtung in der Marie-Curie-Straße stattfinden. "Es geht auch um Homeschooling für die Kinder und Jugendlichen", so Bürgermeisterin Petra Kleine. Fischer zeigte sich zuversichtlich, "dass eine Lösung gefunden wird". Weil's "pressiert", haben die Linken privat einen Router bezahlt und einer Einrichtung gespendet, betonte Linken-Stadträtin Eva Bulling-Schröter.

rl