0:3: Aufbäumen ohne Erfolg

FCI kann beim Hamburger SV nach 0:2-Pausenrückstand beste Chancen nicht nutzen

28.11.2021 | Stand 28.11.2021, 15:36 Uhr
Hamburgs Ludovit Reis (l) und Ingolstadts Marcel Gaus kämpfen um den Ball. −Foto: dpa

Hamburg - Die Reise in den Norden hat sich für den FC Ingolstadt nicht gelohnt.

 

Mit 0:3 (0:2) unterlagen die Schanzer beim klar dominierenden Hamburger SV und bleiben somit Schlusslicht in der 2. Bundesliga. Nur elf Minuten hielt das Abwehrbollwerk des Aufsteigers, dann nutzte HSV-Eigengewächs Faride Alidou die erste Unaufmerksamkeit im FCI-Defensivverbund zur Führung. Danach kamen die Hanseaten ins Rollen und waren am Ende nicht zu stoppen.

Notgedrungen hatte sich FCI-Trainer André Schubert eine neue Variante einfallen lassen müssen. Denn da dem 50-Jährigen neben den Langzeitverletzten auch noch der an der Wade angeschlagene Kapitän Stefan Kutschke im Angriff fehlte, beorderte Schubert Ex-HSV-Profi Maximilian Beister ins Sturmzentrum. Unterstützt wurde der 31-Jährige von Christian Gebauer und Marc Stendera in zentraler Position dahinter. Kurios: Damit stand in der Startelf kein einziger Spieler, der bereits ein Saisontor erzielt hatte. Auch die Positionen änderten sich durch den Ausfall des Kapitäns. Nils Röseler ersetzte Kutschke und rückte anstelle von Rico Preißinger, der neben Thomas Keller auf der Doppelsechs agierte, in die Abwehrkette.
Doch als Gebauer den Ball nach einem Befreiungsschlag von Nico Antonitsch nicht behaupten konnten, und der HSV durch Kapitän Sebastian Schonlau schnell umschaltete, war die FCI-Defensive schon ausgehebelt. Der in bestechender Form aufspielende Ex-Schanzer Sonny Kittel leitete die Kugel sofort weiter auf Alidou, der Antonitsch aussteigen ließ und zum 1:0 einschoss (12.).

Danach hielten die Ingolstädter zwar dagegen. Doch alles was der HSV meistens nach Fehlpässen anbot, wussten die Gäste nicht zu nutzen. Gebauer verpasste einige Male einen besseren Abschluss, Marcel Gaus bei einer äußerst aussichtsreichen Kontersituation das richtige Timing beim Abspiel und stellte somit Beister ins Abseits (30.).
So nahm das Übergewicht der Hanseaten immer mehr zu. Bakery Jatta (32. Und 35.) verpasste noch das 2:0 - auch dank einer guten Parade von FCI-Keeper Fabijan Buntic -, doch in der 39. Minute war es dann geschehen: Kittel trat eine Ecke, Preißinger konnte den einlaufenden Jatta nicht bremsen, und der HSV-Stürmer wuchtete den Ball ins Netz.
Nach der Pause brachte Schubert den körperlich robusten Justin Butler anstelle von Beister. Die Überlegenheit der Gastgeber hielt jedoch an, und so reagierte der FCI-Coach nach einer Stunde mit einem Dreierwechsel im Mittelfeld: Maximilian Neuberger, Dominik Franke und Denis Linsmayer kamen für den viel arbeitenden Michael Heinloth, Marcel Gaus und Keller in die Partie.

Prompt ging nochmal ein Ruck durch die Mannschaft, und der FCI verbuchte die erste richtige Torchance. Linsmayer spielte den Ball in den Lauf von Gebauer, dessen Schuss jedoch von HSV-Keeper Marko Johansson pariert wurde (68.). Auch Marc Stendera kam nach einem Gebauer-Pass frei zum Abschluss, brachte aber nicht genügend Druck auf den Ball (71.). Und nur drei Minuten später hätte der 1,73 Meter große Stendera nach einer präzisen Neuberger-Flanke zum Kopfballungeheuer werden können, doch blockte Mario Vuskovic den Versuch für seinen Keeper - eine klasse Chance für die Schanzer!

Und auch ein abgefälschter Ball von Butler hätte noch den Anschlusstreffer bedeuten können, doch Johansson fing die Kugel noch ab (81.).
Auf der anderen Seite hätte der HSV das Ergebnis bei glasklaren Möglichkeiten von Alidou (69.) und Robin Meißner (80.) auf 3:0 erhöhen müssen. Der FCI kämpfte bis zum Schluss, doch das Glück stellte sich für die Schanzer nicht ein. Auch dem kurz zuvor eingewechselten Fatih Kaya blieb bei seinem Schuss an die Unterkante der Latte ein Treffer verwehrt (85.). Erst mit dem 3:0 durch Manuel Wintzheimer (89.) war der Widerstand der Gäste gebrochen. Trotz des klaren Ergebnisses zeigte der FCI, dass er bei mehr Kaltschnäuzigkeit im Abschluss Paroli bieten kann. Vielleicht nochmal ein Mutmacher vor den drei letzten Spielen vor der Winterpause.

DK

 

 

Gottfried Sterner