Experten entscheiden, ob gemäht wird

30.06.2011 | Stand 03.12.2020, 2:40 Uhr |

Ingolstadt (DK) Mähen oder nicht? Jedes Jahr steht das städtische Umweltamt vor der schwierigen Frage. Auwaldsee und Baggersee sind schließlich zwei wertvolle Naherholungsgebiete inmitten der Großstadt.

Zwei Experten helfen bei der Entscheidung: Diplom-Ökologe Tilman Rott ist für den Auwaldsee zuständig, Gutachter für den Baggersee ist Christian Frank. Die beiden Fachleute unternehmen Tauchgänge und geben dann Prognosen ab für das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Danach wird entschieden, ob die Mähkuh bestellt wird. Das muss frühzeitig geschehen. „Wir sind eigentlich schon ein Jahr im Voraus ausgebucht“, erklärt ein Mitarbeiter von der Firma Umwelt Wurzer aus Eitting, die gerade in Ingolstadt im Einsatz ist. Auf gut Glück kann so ein Mähauftrag nicht erteilt werden, denn er kostet einige tausend Euro pro See.

Rainer Mühlberger vom städtischen Umweltamt erklärt die Zusammenhänge: Algen machen das Wasser trüb, dadurch fehlt den Wasserpflanzen Licht und sie wachsen kaum. Ist die Wasserqualität gut, gedeihen weniger Algen, das Sonnenlicht dringt im klaren Wasser bis zum Boden des Sees und lässt die Wasserpflanzen, die nicht giftig sind, ins Kraut schießen. So war das auch heuer, nachdem das Frühjahr so mild und sonnig war. smr