Nürnberg

Experte aus dem Landkreis für das Klinikum

Abenberger Klaus Bäuerlein hilft Existenz der Mauerseglerpopulation zu stabilisieren und zu sichern

24.06.2020 | Stand 02.12.2020, 11:07 Uhr
Mauerseglerexperte Klaus Bäuerlein (rechts) in Aktion. −Foto: Klinikum

Nürnberg - Für den geplanten Neubau des Zentrums für seelische Gesundheit im Klinikum Nürnberg Standort Nord müssen drei ältere Gebäude weichen.

Da an den Gebäuden in den vergangenen Jahren Mauersegler brüteten, wurden laut Klinikum mit dem Umweltamt der Stadt Nürnberg Maßnahmen umgesetzt, um den Bestand der faszinierenden Flugkünstler zu sichern.

So wurden Ersatzkästen für Mauersegler an Nachbargebäuden angebracht und damit eine Vielzahl von neuen Brutplätzen für diese Vögel geschaffen. Darüber hinaus lässt das Klinikum ein Monitoring der aufgehängten Mauersegler-Nistkästen sowie eine regelmäßige Nistkastenpflege durchführen. Nun hat sich das Klinikum Nürnberg von Klaus Bäuerlein aus Abenberg beraten lassen.

Er ist ehrenamtlich im Landesbund für Vogelschutz tätig und gilt in der Region als der absolute Mauersegler-Experte. Seit Jahrzehnten erforscht Bäuerlein in seiner Freizeit das Leben dieses Vogels, der ihn aus mehreren Gründen fasziniert. "Der Mauersegler steckt jeden ambitionierten Ausdauersportler mit Leichtigkeit in die Tasche. " Bäuerlein berichtet, dass erwachsene Mauersegler neun Monate und Jungtiere bis zu zwei Jahre ununterbrochen in der Luft sind. "Sie essen und schlafen im Flug. "

Faszinierend findet Bäuerlein auch, dass Mauersegler an den Augen ein Visier gegen den Saharastaub und gegen die Sonne herunterklappen können und dass sie bei einer Fluggeschwindigkeit von 50 km/h ein zwei Millimeter großes Insekt wahrnehmen können.

In jeder freien Minute beschäftigt sich Bäuerlein mit dem Mauersegler. Er hat dem Klinikum empfohlen, zusätzliche Nistkästen anzubringen. Kein Wunder, dass er nun im Klinikum selbst mit Hand anlegte, um die Nistkästen anzubringen. "Dass das Klinikum mit der Maßnahme über die gesetzlichen Vorschriften hinausgeht, ist positiv und sehr sinnvoll", sagt Bäuerlein. In der gewohnten Einflugschneise sollen die zusätzlichen Nistkästen den von den Baumaßnahmen irritierten Mauerseglern Brutplätze bieten. "Diese Maßnahmen dienen dazu, die Existenz der Mauerseglerpopulation zu stabilisieren und zu sichern", erläutert Bäuerlein. Die Population an diesem Standort umfasst 15 bis 20 Brutpaare.

HK