Regensburg
European Energy Award für den Landkreis

Preis für die Klimaschutzarbeit nach internationalen Maßstäben geht nach Regensburg

13.03.2020 | Stand 23.09.2023, 11:11 Uhr
Sie freuen sich über die Auszeichnung: Maria Politzka, Leiterin des Sachgebiets Wirtschaftsförderung, Energie und Klimaschutz, Landrätin Tanja Schweiger und André Suck, Klimaschutzmanager des Landkreises Regensburg. −Foto: Kathrin Lechl

Regensburg - Sechs klimaschutzpolitische Maßnahmenbereiche im Landkreis Regensburg sind bei der Auszeichnung mit dem "European Energy Award" im November vergangenen Jahres berücksichtigt und mit einem Punktesystem bewertet worden.

 

Der Landkreis erhielt 55,8 Prozent der maximal erreichbaren Punktzahl und wurde als erster in ganz Ostbayern mit dem Award ausgezeichnet.

Dieser Prozess hat über drei Jahre gedauert und wird auch in Zukunft fortgesetzt, so Landrätin Tanja Schweiger bei einem Pressegespräch. Zusammen mit Maria Politzka, Leiterin des Sachgebiets Wirtschaftsförderung, Energie und Klimaschutz im Landratsamt Regensburg, und André Suck, Klimaschutzmanager des Landkreises Regensburg, stellte sie die Auszeichnung vor.

Der European Energy Award ist ein "extern zertifizierter, objektiver Nachweis nach internationalen Standards für erfolgreiche Klimaschutzarbeit". Innerhalb von vier Jahren muss sich der Landkreis rezertifizieren und "die Reise muss in die richtige Richtung gehen", so Schweiger. Hausintern wurde im Landkreis Regensburg ein Energieteam unter der Leitung von Suck gegründet. Dieses Team wurde mit der Ideenentwicklung und der Anpassung des sogenannten Energiepolitischen Arbeitsprogramms beauftragt. Die sechs Maßnahmenbereiche sind Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation. Zum ersten Maßnahmenbereich gehören beispielsweise ein Mobilitätskonzept für den Radverkehr oder die Öko-Modellregion, die mit Projekten wie einem großen Bauernmarkt auf dem Landratsamtsparkplatz die biologische Landwirtschaft in der Region stärken und "mehr Bewusstsein schaffen" will, erklärt Schweiger. Auf den zweiten Maßnahmenbereich ist Schweiger besonders stolz: Der Anteil an erneuerbaren Energien an der Wärmeversorgung in den Landkreisliegenschaften war bereits 2018 mit 52 Prozent weit über dem Bundesziel 2020, das 14 Prozent anstrebt.

Außerdem fallen Photovoltaikanlagen auf den Landkreisgebäuden in diesen Bereich, beispielsweise die gerade in Betrieb genommene Anlage auf der Kreisklinik Wörth oder die Erweiterung der Anlage auf dem Lappersdorfer Gymnasium. Im Maßnahmenbereich Versorgung und Entsorgung wurde der Energie-Monitor hervorgehoben, der im 15-Minuten-Takt den aktuellen Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch darstellt. Zum Zeitpunkt des Pressegesprächs lag die Versorgung hier teilweise sogar bei 100 Prozent, und das, "obwohl die Sonne nicht scheint", so Schweiger, denn die Photovoltaikanlagen funktionieren auch, wenn es lediglich hell ist.

Im Bereich Mobilität sind der Öffentliche Personennahverkehr und die E-Mobilität große Themen. Der Landkreis ist im Besitz von neun reinen E-Fahrzeugen. Außerdem fördere man Radmobilität und nehme an der Kampagne "Mit dem Rad zur Arbeit" teil, betont Schweiger. Im Bereich Kommunikation wurden die Energieberatung der Energieagentur, die vergangenes Jahr zehnjähriges Bestehen feierte, die Energiebildungsoffensive an Schulen oder die Plant-for-the-Planet-Akademien beispielhaft erwähnt.

Letztendlich müsse man trotz der vielen bereits umgesetzten Maßnahmen immer wieder hinterfragen und sich weiterentwickeln, so Schweiger. Und deshalb habe man 2020 noch einiges vor im Landkreis. Nicht zuletzt finden 2020 im Landkreis Regensburg zum Beispiel die Klimaschutztage im April statt. Dabei sind viele Aktionen, zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen zum Thema Plastik vermeiden - Klima schützen geplant.

DK

 

Kathrin Lechl