Premiere geglückt
Erste Auflage von "Mut zum Hut" im Neuen Schloss in Ingolstadt war ein Erfolg

27.09.2021 | Stand 23.09.2023, 21:00 Uhr
Ein perfekt aufeinander abgestimmtes Paar sind Diana und Michael Stehr aus Bad Wörishofen. Für die Huttage sind sie eigens angereist. Beide verfügen über diverse Kopfbedeckungen sowie auch über das passende Outfit, das sie bei entsprechenden Gelegenheiten anziehen. Immer elegant: Organisatorin Ute Patel-Missfeldt, die heuer noch den Hut bei der Schau aufhat. Im kommenden Jahr will sie die Durchführung ihrer Tochter Isabel Patel übergeben. −Foto: Eberl

Ingolstadt -Nach 22 Jahren in Neuburg haben Ute Patel-Missfeldt und ihre Tochter Isabel Patel mit dem Neuen Schloss in Ingolstadt sozusagen einen völlig neuen Standort aus dem Hut gezaubert - und die Premiere ist gelungen.

In einer ersten Bilanz freut sich die Organisatorin über ein zahlenmäßig großes Publikum und kann nach eigenen Worten "eine tolle Bilanz" ziehen. "Wir haben zwei Ziele", sagt Ute Patel-Missfeldt: "Die Frauen schön machen und ein altes Handwerk unterstützen. Und das ist uns gelungen."

Mit ihrer Entscheidung, das Bayerische Armeemuseum als Veranstaltungsort für "Mut zum Hut" zu küren, lag Patel-Missfeldt offenbar richtig. Aus Nah und Fern waren die Besucher zu der dreitägigen Hutschau gekommen, nach eigenen Angaben die größte Verkaufsmesse für Kopfbedeckungen weltweit. Auf drei Stockwerken in dem nicht gerade kleinen Gebäude konnten die Besucher an die 15000 Kopfbedeckungen jedweder Art bewundern, die an Vielfalt nichts zu wünschen übrig ließen.

Vom Boxercap bis zum Zylinder, vom Borsalino bis hin zum klassischen Straßenhut reichte die Bandbreite. Vor allem aber für die Damenwelt war die Auswahl enorm. Da gab es Besucherinnen, die schon über 400 Modelle ihr Eigen nennen und schon wieder auf der Suche nach einem Exemplar waren. Andere entdeckten den Hut erst wieder neu für sich - und hatten reichlich Gelegenheit, ein passendes Exemplar zu finden. Die Vielfalt ließ auf jeden Fall keine Wünsche offen, es gab klassische Kreationen aus den 20er-Jahren genauso wie etwas extravagante zeitgenössische Designerstücke der über 30 Hutmacher und Modistinnen aus aller Welt.

"Mut zum Hut" ist aber nicht nur eine Verkaufsmesse für Hüte. Es ist eine Gelegenheit für viele, sich neu zu erfinden, auch außergewöhnliche Outfits in einem passenden Rahmen zur Schau zu tragen und ganz allgemein die Möglichkeit, etwas Glamour zu (er-)leben nach der Zeit der Einschränkungen in der Pandemie.

Zufrieden ist auch Andreas Nuslan vom Hutkönig in Regensburg, Hutmanufaktur seit 1875. "Für das erste Jahr ist es gut gelaufen", lautet seine Bilanz, die Resonanz sei gut gewesen. Ihm gefällt vor allem das Ambiente im Schloss, die Gewölbe und das historische Gemäuer. Auch von Seiten der Stadt - das bestätigt auch Ute Patel-Missfeldt - sei man mit offenen Armen empfangen worden. Die Stadt Ingolstadt hatte schon vor einigen Zeit ihren Hut als neuer Standort in den Ring geworfen - offenbar mit Erfolg. Für Patel-Missfeldt bietet das Schloss noch einen weiteren Vorteil: Während die Frauen die Hüte probieren können, haben die Herren die Gelegenheit, sich die beeindruckende Sammlung an Waffen, Rüstungen, Bildern und Inszenierungen anzuschauen.

Im nächsten Jahr ist auf jeden Fall eine Wiederholung von "Mut zum Hut" in Ingolstadt geplant, und zwar nicht nur im Schloss. Ute Patel-Missfeldt und ihre Tochter planen unter anderem schon einen Catwalk in der Fußgängerzone.

DK

Bernhard Pehl