Ingolstadt

"Erst stirbt die Biene, dann der Mensch"

Ingolstadt summt: Einheimische Pflanzen als Nahrungsgrundlage fürs wichtigste Nutztier

12.07.2016 | Stand 02.12.2020, 19:33 Uhr

Ingolstadt summt: Der von der Stiftung für Mensch und Umwelt in Berlin initiierten Initiative "Deutschland summt" schloss sich auch Ingolstadt an. Die Aktiven nahmen ihre Mitgliedsurkunden entgegen. - Foto: Hauser

Ingolstadt (DK) Auf der Schlossbrücke ist mächtig was los. Unter zwei großen grünen Schirmen drängen sich vor einem Tisch mit bienenfreundlichen Pflanzen und allerlei Infomaterial Menschen. Das Gewusel erinnert ein wenig an einen Bienenstock.

Doch der ist eine Etage tiefer angesiedelt, im Graben des Neuen Schlosses. Die Bienenfreunde, die sich gestern am Spätnachmittag zur Auftaktveranstaltung der Initiative "Ingolstadt summt" eingefunden haben, sehen ihn nur aus der Ferne. "Heute summt es nicht", sagt Josef Kaufmann, der Vorsitzende des Imkervereins Ingolstadt, mit Blick auf den wolkenverhangenen Himmel. Bei Regen bleiben die Bienen im Kasten.

Als zwölfte Stadt in Deutschland ist Ingolstadt Teil der bundesweiten Kampagne "Deutschland summt". Bei "Bayern summt" rangiert die Stadt im Teilnehmerranking auf Platz zwei. Ziel ist, auf die Bedeutung und die Bedrohung der Bienen hinzuweisen. Nicht nur die der Honigbiene, sondern auch der Wildbiene, von denen es über 560 Arten in Deutschland gibt, wie Cornelis Hemmer und Corinne Hölzer, Gründer der Stiftung für Mensch und Umwelt aus Berlin, die die Aktion ins Leben gerufen hat, betonen. Es ist eine Initiative für mehr Biodiversität in Städten. "Die Vielfalt ist es, die am Ende unser Leben ausmacht."

Grünen-Stadträtin Barbara Leininger habe das Thema auf die Tagesordnung gerufen, das er als Umweltreferent zusammen mit dem städtischen Umweltamt angeschoben habe, sagt Referent Rupert Ebner. Bienen, sagt er, seien die wichtigste Nutztierart. "Zuerst stirbt die Biene, dann der Mensch."

"Jeder kann Bienenfreund werden", meint Cornelis Hemmer. Die Frage, was man dafür tun muss, ist schnell beantwortet: "Nutzen Sie einheimische Pflanzen." Bienen zu schützen bedeute, ihre Nahrungsgrundlage zu fördern. Geranien auf dem Balkon beispielsweise seien für Bienen nicht optimal, erklärt Imker Josef Kaufmann. "Warum nicht Lavendel, Schnittlauch, Majoran oder Bohnenkraut" Die Bienen würden krank wegen einseitiger Ernährung. "Wenn Sie ein Jahr lang Leberkäse essen, werden Sie auch krank." Der Vorschlag Kaufmanns: "Jeder Stadtrat stiftet ein Bienenvolk für die Schulen."

Die Kinder des Apian-Gymnasiums gehen hier mit gutem Beispiel voran. Sie betreuen acht Bienenvölker, und das schon seit Jahren. "Wir schleudern eigenen Honig", erklären Bianca, Julius und Sara, bevor sie, wie die Vertreter von Gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaft, des Bezirks-Bienezuchtvereins Ingolstadt, des Landesbundes für Vogelschutz, des städtischen Umweltamts, der Naturschutzwacht Ingolstadt und von Stauden Haid, ihre Mitgliedsurkunde entgegennehmen dürfen. Weitere Informationen im Internet unter www.ingolstadt-summt.de" class="more" rel="nofollow"%>.