Eichstätt

Er war ein humorvoller Mensch

Albert Schlund gestorben: Kriegserlebnisse prägten – Ehrenmitglied in Vereinen

31.05.2013 | Stand 03.12.2020, 0:05 Uhr

Starb 89-jährig in Eichstätt: Albert Schlund. - Foto: Archiv/baj

Eichstätt (eds/smo) Am 28. Mai ist der Eichstätter Friseur Albert Schlund gestorben. Er ist 89 Jahre alt geworden. In sein Leben fielen nicht nur angenehme Dinge. Der Zweite Weltkrieg, in dem er mehrmals verwundet wurde, darf an dieser Stelle nicht vergessen werden. Von August 1941 bis zum Kriegsende war er – von einem halben Jahr Unterbrechung abgesehen – als Sanitäter an der Ostfront eingesetzt. Über diese Zeit führte er Tagebuch, das er aber 52 Jahre lang in der Schublade liegen ließ – bis es seine Tochter fand und in den Computer tippte. Als Schlund von der Front zurückkehrte, baute er in Eichstätt ein Friseurgeschäft auf – und trat neben vielen anderen Vereinen auch dem hiesigen Schachklub bei. In allen Vereinen, deren Mitglied er war, war Schlund gern gesehen und hoch geachtet. Seine über 62-jährige Mitgliedschaft im Schachclub Eichstätt beweist, dass eine seiner großen Leidenschaften das Schachspiel war. Mit einem guten Schuss Humor und seinem liebenswürdigen Umgang begeisterte er besonders die Jugend, auch als Jugendspielleiter im Bezirk. Drei Jahrzehnte lang leitete er als zweiter Vorsitzender und Spielleiter die Geschicke des Vereins. Im Wettkampf, in der Vereinsmeisterschaft ebenso wie in der Mannschaft, zeigte er sich aber auch zielstrebig und äußerst ehrgeizig. 17 Meistertitel waren der Lohn der vielen Turniere. Bis ins hohe Alter kämpfte er, wenn Not am Manne war, erfolgreich für die Mannschaft des SC. Ehrennadeln von Bezirk und Schachclub waren der Dank für sportliche Erfolge und langjährige Vereinsarbeit.

Für seine ehrenamtliche Tätigkeit verlieh ihm die Stadt Eichstätt im Jahr 2000 die Bürgermedaille. Seine uneigennützige Arbeit und sein vorbildlicher Beitrag zum Vereinsleben nahm der Schachclub 2007 zum Anlass, ihn zum Ehrenmitglied zu machen.

Das hatte 2001 bereits der Historische Verein getan: Insgesamt 52 Jahre gehörte er dem Verein an, dessen Sammelblatt er lange Zeit austrug „und so viel Geld sparen half“, wie es der Vorsitzende Albert J. Günther schon bei der Ehrung im November 2001 ausdrückte. Schlund leitete außerdem lange Zeit den HV-Stammtisch.

Albert Schlund wird am Montag, 3. Juni, in Eichstätt beerdigt. Das Requiem für ihn beginnt um 14 Uhr im Dom, anschließend findet die Beisetzung im Ostenfriedhof statt.