Neuburg

Er lebte für Neuburg

Stadt und Verein gedenken Matthias Schieber

25.03.2018 | Stand 02.12.2020, 16:39 Uhr

Neuburg (r) Er ging Streit nicht aus dem Weg, widmete sich dem historischen Erbe und öffnete sich auch der Moderne - Matthias Schieber war eine profilierte Persönlichkeit der Stadt Neuburg.

Weil der 2001 verstorbene Ehrenbürger gestern 90. Geburtstag gehabt hätte, ehrten ihn Stadt und Historischer Verein mit einem Gedenken am Grab in seinem Heimatort Neuburg-Ried.

Bürgermeister Rüdiger Vogt skizzierte das Leben von Matthias Schieber (kleines Bild) und würdigte seinen Einsatz für die Denkmalpflege. Natürlich galt sein Faible der Neuburger Fürstenzeit, aber der Stadt- und Heimatpfleger erkannte auch die Wertigkeit der Zeugnisse der Handwerker und des bäuerlichen Lebens im Umland. Matthias Schieber sammelte, was das Zeug hielt, und schaffte Grundlagen für das Stadtmuseum. In der Tradition des Heimatforschers Michael Eckstein förderte er die Archäologie. Für die Neuburger Altstadt setzte der Lehrer Impulse, die bis heute nachwirken "und unvergessen bleiben", so Bürgermeister Rüdiger Vogt. "Wir behalten ihn für immer in unseren Herzen", sagte Roland Thiele, dem er 2000 die Führung des Historischen Vereins übergeben hatte.

Matthias Schieber, Mitbegründer des Schlossfestes, war auch ein politischer Mensch. Zuerst in der SPD, 1978 OB-Kandidat und 1984 "Erfinder" der "Unabhängigen" (DU), die den Stadtrat aufmischten und mit Günter Huniar sofort den OB stellten. Eine Periode lang war er 3. Bürgermeister, 1997 ernannte ihn der Stadtrat zum Ehrenbürger. Sein "privates" Leben glich einem Auf und Ab, es verlief nicht immer glücklich. Am Ende war er Ehrenbürger, aber häufig alleine in seiner Wohnung in der Münz.