Ingolstadt

Eine starke Halbzeit reicht

49:27 der Ingolstadt Dukes gegen Feldkirchen von schwerer Verletzung Shinns überschattet

15.05.2014 | Stand 02.12.2020, 22:41 Uhr

Nicht zu bremsen: Nachwuchsspieler Sebastian Fürbacher (rechts) ist zurzeit richtig gut drauf. Gegen Feldkirchen gelangen ihm zwei Touchdowns. Bereits beim Auftakt gegen Straubing steuerte er einen Touchdown zum Sieg bei. - Foto: Strisch

Ingolstadt (PK) Auch die Feldkirchen Lions sind für die Ingolstadt Dukes keine ernsthafte Herausforderung gewesen. Mit 49:27 (20:0, 23:0, 0:7, 6:20) gewannen die Herzöge und verteidigten damit die Tabellenführung in der Football-Regionalliga Süd.

Allerdings hielt sich die Freude über den zweiten Sieg im zweiten Punktspiel in Grenzen, wurde die Partie doch von der schweren Verletzung Matthew Shinns überschattet. Der US-Importspieler zog sich frühzeitig einen Abriss der Patellasehne zu und fällt für den Rest der Saison aus. „Er war eine Macht in unserer Defense Line. Das tut mir unheimlich leid. Matthew fehlt uns nicht nur als Sportler, sondern auch menschlich“, zeigte sich Cheftrainer Eugen Haaf geschockt. Immerhin machte er deutlich, dass der Amerikaner nicht – wie bei anderen Vereinen bei einer schweren Verletzung üblich – zurückgeschickt wird. „Er ist Teil unseres Teams und kann die ganze Saison bei uns bleiben.“ Einen Ersatz für Shinn wird es nicht geben, weshalb Haaf froh ist, dass Christoph Nagy und Peter Dasch jetzt doch wieder zur Verfügung stehen. Damit kann die Lücke, die der US-Amerikaner hinterlässt, zumindest teilweise geschlossen werden. Gegen die Feldkirchener, die der Coach wesentlich stärker eingeschätzt hatte, knüpften die „Herzöge“ nahtlos an die starke Leistung beim 54:20 in der Vorwoche gegen Titelverteidiger Straubing Spiders an.

Angriff auf Angriff rollte auf die Endzone der Gäste zu, und so hieß es zur Halbzeit bereits 43:0 für die Dukes. Wie schon zum Saisonauftakt ließen dabei in erster Linie Quarterback Pat Carey und George Robinson ihr Können aufblitzen und begeisterten die knapp 1200 Zuschauer, die sich trotz starken Regens zum Spielbeginn eingefunden hatten. Und auch Nachwuchsspieler Sebastian Fürbacher machte wieder nachdrücklich auf sich aufmerksam. Sein Lauf über 30 Yards zum ersten Touchdown war der Auftakt zu einem furiosen ersten Durchgang. „Da haben wir unheimlich Gas gegeben und auch etliche riskante Spielzüge rausgeholt“, freute sich Haaf. Nach zwei weiteren Touchdowns durch Robinson und weiteren Läufen in die Endzone von Fürbacher, Andrew Blakley und Kenneth Telfair hieß es zur Pause 43:0 für die Gastgeber. Deren Spieler hatten vor der Partie auf der Tribüne noch Rosen an die Mütter verteilt. Nach der Pause setzten sie ihre Wohltätigkeit dann auf dem Feld fort. Denn jetzt kamen nur noch die Backups zum Einsatz und die waren dann doch sichtlich überfordert. Vier Touchdowns der Gäste setzten die Dukes nur noch einen entgegen, für den kurz vor Schluss der nach der Pause als Quarterback agierende Robinson verantwortlich war. „Die Backups haben teilweise sehr schlecht ausgesehen. Sie wissen jetzt, dass sie noch eine Menge Arbeit vor sich haben“, wollte Haaf nichts beschönigen.

Gleichzeitig bat er aber die Fans um Verständnis, dass sie dieses Mal nur eine Halbzeit lang erstklassigen Football von der Heimmannschaft zu sehen bekamen. „Ich muss ja irgendwann auch einmal den jungen Spielern Einsatzzeiten geben, um zu sehen, wo sie stehen. Und bei einem Halbzeitstand von 43:0 gibt es für mich keine Ausrede, sie nicht zu bringen.“

Er machte jedoch gleichzeitig deutlich, dass in den kommenden Spielen wieder sein Stammpersonal durchspielen wird, zumal bei den München Rangers (am Sonntag) und gegen Fürstenfeldbruck (Samstag, 24. Mai, um 16 Uhr im ESV-Stadion) schon eine Vorentscheidung im Titelkampf fallen könnte.