Pfaffenhofen

Eine riesige Laufparty

Tausende Zuschauer feiern mit den Sportlern am Sonntag den wiederbelebten Pfaffenhofener Stadtlauf

20.10.2019 | Stand 02.12.2020, 12:48 Uhr
Horst Kramer
Mit Begeisterung dabei: Zehn-Kilometer-Läufer René Kampert greift unterwegs zum Trinkbecher. −Foto: Kramer

Pfaffenhofen (PK) Strahlende Gesichter bei Aktiven und Organisatoren, dazu wunderbares Herbstsonnenwetter, viel Lob von allen Seiten - besser hätte die 20. Auflage des Pfaffenhofener Stadtlaufs am Sonntag nicht über die Bühne gehen können. Rund 730 Sportler jeden Alters - von drei bis 77 Jahren - hatten sich auf dem Volksfestplatz eingefunden, auf dem Start und Ziel aufgebaut waren. Dazu tummelten sich tausende Fans - zumeist Eltern, Verwandte und Freunde - auf dem Areal. Von den vielen Zuschauern auf der Strecke ganz zu schweigen.

 


Bürgermeister Thomas Herker hatte um Punkt 13 Uhr die drei Wettbewerbe der Erwachsenen angeschossen. "Ich hoffe, dass sich daraus eine neue, lang währende Tradition entwickelt", erklärte Herker am Rande der Veranstaltung. Bekanntlich waren seit dem 19. Stadtlauf sechs Jahre ins Land gegangen - die damaligen Organisatoren hatten das Handtuch geschmissen, ein neues Team fand sich erst im vergangenen Winter.


Bei Bernhard Ugele, Chef des Ausdauersport Fördervereins Pfaffenhofen, der den Stadtlauf wiederaufleben ließ, läuft der Bürgermeister mit seinem Wunsch wohl offene Türen ein. Ugele fasste seine Empfindungen nach den Rennen kurz und knapp zusammen: "Ich bin überwältigt." Bis auf einige kleinere Verzögerungen ging alles wie geplant vonstatten - von den ersten Kinderrennen um 12 Uhr bis zur vorgezogenen Siegerehrung um 14.40 Uhr.

Die meisten Innenstadt-Bummler genossen ebenfalls den Trubel, für den die Teilnehmer der 2,5-, Fünf- und Zehn-Kilometer-Wettbewerbe sorgten. So meinten zum Beispiel Renate Schipp und Gerhard Dirnberger, die durch die verkehrsgesperrte Ingolstädter Straße schlenderten: "Das ist doch eine schöne Abwechslung. Wir freuen uns immer, wenn in Pfaffenhofen etwas los ist." In den Lokalen, Cafés und Restaurants rund um den Hauptplatz saßen zahlreiche Gäste in der Sonne und beobachteten das sportliche Treiben. Manche anerkennend, andere eher verständnislos. So schüttelte ein zirka 50-jähriger Café-Besucher den Kopf: "Warum man sich so quälen muss, verstehe ich nicht." Dann nahm er einen kräftigen Schluck aus seinem Weißbierglas.

Ein anderer Pfaffenhofener meldete Kritik an: "Ich wusste nichts von dem Lauf und bin völlig überrascht worden." Seine Anregung: frühzeitig Schilder aufstellen, die auf die Veranstaltung hinweisen.

Ähnlich, wenngleich deutlich drastischer, äußerte sich ein Autofahrer, der mit seinem Fahrzeug in der Spitalstraße feststeckte: "So ein Mist!" Der Grund seines Ärgers: Vor ihm zog die Läuferkarawane durch die Türltorstraße, hinter ihm durch die Ingolstädter Straße - er musste rund 15 Minuten warten. Doch das waren Einzelstimmen.

Ausgewiesene Laufszenen-Experten wie etwa Anton Lautner, Leichtathletikabteilungsleiter des TSV 1862 Neuburg, priesen die Pfaffenhofener Veranstaltung überschwänglich: "Eine sehr gute Strecke, auf der man die Pfaffenhofener Innenstadt kennenlernt." Besonders beeindruckt zeigte er sich von "vielen Zuschauern und der tollen Stimmung".

Für letztere sorgten zum Beispiel die Sambatrommler der Gruppe Tamboka in der Ingolstädter Straße. Auf dem Hauptplatz mixte DJ Leon Line einen heißen Sound an, am Start- und Zielbogen legten Moderator Stefan Zehnter und sein Kompagnon Christian Boxhausen Oldies aus den 60ern bis 90ern auf. "Genau das Richtige für eine echte Laufparty", meinte Werner Krause, Jahrgang 1958, mit einem Augenzwinkern.

Ugeles Schlusswort lautete: "So viel Erfolg verpflichtet. Wenn unser Team zusammenbleibt, dann könnte es im nächsten Jahr den 21. Stadtlauf geben."

 

Horst Kramer