Eichstätt

Eine feste Institution in der Stadt

Der Arbeitskreis Sport feierte sein 15-jähriges Bestehen – Mahnende Worte von Hans Eder

13.10.2013 | Stand 02.12.2020, 23:34 Uhr

Feierten das 15-jährige Bestehen des Arbeitskreises Sport und erhielten zum Dank von Eichstätt OB Andreas Steppberger (links) Medaillen überreicht: die Mitglieder des Arbeitskreises aus den 17 Sport- und Schützenvereinen der Stadt - Fotos: hr

Eichstätt (EK) Mit einem Ball des Sports hat der Arbeitskreis Sport der Stadt Eichstätt am Samstagabend Jubiläum gefeiert. Seit 15 Jahren engagieren sich dessen Mitglieder ehrenamtlich für den Sport und vor allem die Jugendarbeit. Ein Mann stand dabei im Mittelpunkt: Gründer und Initiator Hans Eder.

17 Sportvereine gehören dem vor 15 Jahren gegründeten Arbeitskreis inzwischen an, und deren Vertreter waren ebenso zu der Jubiläumsgala in den Festsaal des Alten Stadttheaters in Eichstätt gekommen wie Vertreter von Politik (darunter auch erstmals in ihrer Eigenschaft als Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel) und Wirtschaft. Der Saal war festlich geschmückt, an den Wänden hingen die Wappen der Mitgliedsvereine.

Welche Bedeutung der Arbeitskreis nach inzwischen 15 Jahren hat, machte Eichstätts Oberbürgermeister Andreas Steppberger deutlich. Er nannte das Gremium, dessen Mitglieder sich neben ihrer Arbeit in den jeweiligen Vereinen alle ehrenamtlich engagierten, eine „feste Institution“ von Experten, die das sportliche Leben in der Stadt repräsentiere. Anliegen des Kreises sei insbesondere, die Jugendarbeit in den Vereinen zu fördern. Der Arbeitskreis und mit ihm alle Sport- und Schützenvereine in der Stadt, so Steppberger weiter, leisteten einen „wichtigen Erziehungsauftrag“ für Kinder und Jugendliche und trügen zur „sozialen und sportlichen Entwicklung junger Menschen“ bei.

Der Arbeitskreis Sport mit seinem Vorsitzenden Hans Eder, so Steppberger, unterstütze die Stadt in ihrer Aufgabe, den Sport zu fördern. Er tue dies, indem er die Zusammenarbeit innerhalb der Vereine vorantreibe und fördere und dann Initiative ergreife, wenn ein Verein die Unterstützung der anderen brauche.

Daneben sei der Arbeitskreis auch noch sozial engagiert, wie sich bei der Hochwasserkatastrophe in der Partnerstadt Chrastava 2010 gezeigt habe. Damals hatte der Arbeitskreis einen Radfahrwettbewerb organisiert, dessen Erlös nach Tschechien gegangen sei. Außerdem veranstalte das Gremium das jährliche Torwandschießen beim Eichstätter Volksfest und steuere die daraus erzielten Geldbeträge dem Jugendsportfonds der Stadt Eichstätt bei. Höhepunkte in der Geschichte des Arbeitskreises seien weiter die fünf abgehaltenen Sportgalas gewesen, bei denen immer auch die Sportlerinnen und Sportler des Jahres gekürt worden seien.

Und noch eine Aufgabe – neben der jährlichen Stadtmeisterschaft im Volleyball oder dem Fußball-Städteturnier mit Neuburg – habe der Arbeitskreis übernommen: den Sportabzeichentreff. Dieser habe sich nach einem bescheidenen Start im Jahr 2000 mit 19 Teilnehmern Jahr für Jahr gesteigert und zu einer „Massenbewegung“ entwickelt, an der inzwischen knapp 1200 Menschen vom Kind bis zum Senior teilgenommen hätten.

Als Anerkennung für diese großartige ehrenamtliche Arbeit überreichte Steppberger den Mitgliedern des Arbeitskreises mit Vorsitzendem Hans Eder (darunter auch der Witwe des im vergangenen Jahr verstorbenen AK-Mitglieds Helmut Lutz, Brunhild Lutz) Urkunden und Medaillen.

Einen Rückblick auf 15 Jahre Arbeitskreis gab Hans Eder. Er, der im Jahr 1998 nach langem Drängen vom Stadtrat zum Sportbeauftragten ernannt worden war und zusammen mit dem damaligen DJK-Vorsitzenden Günther Harrer den Anstoß zur Gründung des Arbeitskreises gegeben hatte, hob hervor, dass sich aus dem damaligen „mehr reden übereinander als miteinander“ der Vereine inzwischen ein fruchtbares Zusammenarbeiten ergeben habe. Die Förderung des Jugendsports – eine wesentliche Aufgabe des Arbeitskreises – sei inzwischen auf eine gute finanzielle Basis gestellt: durch die Einrichtung des Jugendsportfonds durch die Stadt sowie durch die finanzielle Beteiligung des Arbeitskreises. Von den derzeit 23 000 Euro, die im Fonds enthalten seien, stammten 15 000 Euro aus Eigenleistungen des Arbeitskreises.

Mit mahnenden Worten schloss Eder, der bei den Stadtratswahlen 2014 nicht mehr antritt und somit auch sein Mandat als Sportbeauftragter zurückgeben wird. So fehle nach wie vor ein Sportplatz für Schulen und Vereine im Stadtgebiet. Nur mit Unterstützung der Universität, der Bereitschaftspolizei und des Schulzweckverbands könnten die notwendigen Platzkapazitäten für den Schul- und Vereinssport bereitgestellt werden. Betroffen davon seien 34 Jugend- und sechs Seniorenmannschaften der Fußballvereine, die im wöchentlichen Trainings- und Punktspielbetrieb stünden. Wenn jetzt mit den Planungen für einen Kunstrasenplatz berechtigte Hoffnungen keimten, sollten die nicht wieder zunichtegemacht werden. Und um dem Arbeitskreis Sport auch künftig eine Basis zu geben, sollten „das ehrenamtliche Engagement für den Sport durch eine hauptamtliche Person der Stadtverwaltung unterstützt und der Sport als kommunale Aufgabe in der Stadtverwaltung festgeschrieben werden“.

Gefeiert wurde das Jubiläum mit Moderator und „Stadionsprecher“ Klaus Dorsch durch Tanzeinlagen des Eichstätter Tansportclubs und mit Unterhaltungs- und Tanzmusik der Band Recall. Die Begrüßung der Gäste hatten Gerhard Nieberle und Karl Kölle übernommen.