Beilngries

"Eine Ausstellung für daheim"

Zum Foto-Integrations-Projekt von Ingrid Dütsch und Mevlüt Altuntas gibt es jetzt ein Buch

17.11.2021 | Stand 22.11.2021, 3:35 Uhr
Viel mehr als einfach nur Das Integrations-Projekt, das Mevlüt Altuntas (links) gemeinsam mit Ingrid Dütsch umgesetzt hat, stellt die Menschen mit ihren ganz persönlichen Geschichten in den Mittelpunkt. −Foto: Adam

Beilngries - Wenn man selbst schon von Beginn an mit einer Idee liebäugelt, dann noch von anderen Personen genau darauf angesprochen wird und schließlich sogar schriftlich die Bestätigung bekommt, dass die eigene Idee der Wunsch vieler wäre - dann ist die Umsetzung so gut wie beschlossene Sache.

Genau deshalb gibt es nun ein Buch mit dem Titel "Die Welt in Beilngries". Darin sind Bilder und viele weitere Informationen rund um die Ausstellung zu finden, die im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Eichstätt in Beilngries stattgefunden hat.

Doch der Reihe nach: Ingrid Dütsch als Integrationsbeauftragte der Stadt Beilngries und der Beilngrieser Fotograf Mevlüt Altuntas machten sich auf den Weg, um Menschen zu portraitieren. Menschen aus 80 verschiedenen Nationen leben mittlerweile in der Altmühlstadt. Männer, Frauen und Kinder, die hier ihre neue Heimat gefunden haben, aber nicht hier geboren wurden. Einige davon erklärten sich bereit, bei einem Spaziergang vor die Kameralinse von Mevlüt Altuntas zu treten. In der Beilngrieser Altstadt, in den Gassen oder vor bekannten Gebäuden und an markanten Plätzen ließen sie sich fotografieren, immer gemeinsam mit Menschen anderer Herkunftsländer, mit denen sie, zusammen mit Ingrid Dütsch, zwanglos ins Gespräch kamen. Aus Unbekannten wurden Bekannte und aus Fotografien mit begleitenden Texten eine beeindruckende Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft von Landrat Alexander Anetsberger (CSU) schließlich im Haus des Gastes gezeigt wurde (wir berichteten). Den Wunsch, zur Erinnerung ein Buch zur Ausstellung zu machen, als "Krönung des Projektes", hatten Ingrid Dütsch und Mevlüt Altuntas "lange schon im Hinterkopf", wie sie sagen. Bestätigung gab es durch zahlreiche Ausstellungsbesucher, die in Gesprächen immer wieder die Vergänglichkeit der Fotoschau bedauerten. Und dann war im Gästebuch auch noch zu lesen: "Wäre es nicht schön, ein Büchlein über diese Ausstellung zu erstellen?"

Schön - natürlich. Nur bei aller Euphorie: Ein Plan alleine genügt nicht. Nötig ist immer jemand mit entsprechendem Wissen und Können, jemand mit der Bereitschaft, sich zu engagieren. Für das Buch "Die Welt in Beilngries" war das Anna Dütsch, die Tochter der Integrationsbeauftragten Ingrid Dütsch. Die junge Redakteurin nahm sich eine ganze Woche ihres Urlaubs - "täglich von morgens bis abends" - Zeit, um Bilder und Texte, Eindrücke von der Vernissage und der Ausstellung in ein harmonisches Ganzes zu bringen. Dass sie dafür schon einiges an Erfahrung mitbringt, ist dem aufwändig gestalteten Bildband anzusehen. Sie reiht nicht einfach die Fotografien der Ausstellung aneinander, sondern lässt den Betrachter einem roten Faden durch die 84 Seiten folgen: Von der Vorstellung der Projektidee, dem Team, dem künstlerischen Anspruch der Streetfotografie bis hin zu den interkulturellen Begegnungen, die die Vielfalt in Beilngries betonen. Dabei gewährt sie einige Blicke hinter die Kulissen, zeigt bisher unveröffentlichte Fotografien des "Making-of" und dokumentiert nicht zuletzt die Resonanz, die auf die Ausstellung folgte. "Das Buch ist wie eine Ausstellung für daheim", erklärt Anna Dütsch.

Eines der ersten Buchexemplare hielt Bürgermeister Helmut Schloderer (BL/FW) in Händen. Er zeigt sich noch immer sehr beeindruckt von der gelungenen Ausstellung und dem erfolgreichen Konzept von Ingrid Dütsch und Mevlüt Altuntas: "Die Fotoausstellung war eine super Idee, die den Blick erweitert hat, Menschen, ihren Hintergrund und ihre Geschichten näher gebracht hat. Dass es das alles nun in Buchform gibt, ist ein weiterer richtiger und wichtiger Schritt. Das Buch kann mit viel mehr Ruhe und Zeit betrachtet werden, als das in der Ausstellung möglich war."

Das Vorwort für "Die Welt in Beilngries" hat Landrat Alexander Anetsberger, geschrieben. Der Schirmherr der Ausstellung betont darin, wie wichtig ihm gelungene Integration als Landrat und ganz persönlich sei. Integration sei eine umfassende Aufgabe, die uns alle angehe und die in verschiedenen Facetten zu bewältigen ist. Die Welt habe sich verändert, auch in Beilngries. "Lassen wir uns von dieser neugewonnenen Vielfalt bereichern, seien wir weltoffen und zeigen unseren Neubürgerinnen und Neubürgern, wie schön Heimat und Tradition im Altmühltal sind."

Ein bleibendes Zeugnis dazu legen sicherlich auch die Fotografien, Texte und Erläuterungen im Buch ab. "Die Welt in Beilngries" gibt es zum Selbstkostenpreis von 15 Euro bei der Touristinformation, Telefon (08461) 8435.

DK

Regine Adam