Wettstetten
Ein Guinness auf den nächsten Mordfall

Eichstätter Krimiautor Richard Auer geht auf Tuchfühlung mit Wettstettener Publikum

17.10.2019 | Stand 02.12.2020, 12:49 Uhr |
Mit Fahrrad und großem Requisitenkoffer war Richard Auer bei seiner Autorenbegegnung im Wettstettener Bürgersaal zu Gast. Links im Bild die Kulturband mit Antonie Ecker, Stefan Papperger und Gerd Risch, die zwischen Auers Passagen irische Melodien spielte. −Foto: Gülich

Wettstetten (agw) Mord und Totschlag ganz nah: Der Eichstätter Autor und Zeitungsreporter Richard Auer hat kürzlich im Rahmen der Kulturzeit im Bürgersaal aus seinen Regionalkrimis gelesen.

Das Wettstettener Kulturteam lieferte dazu Guinness und irische Livemusik - kehrt Auers Protagonist, Hauptkommissar Mike Morgenstern, doch am liebsten im Eichstätter Irish Pub ein. Das Ergebnis: ein höchst vergnüglicher Abend - sowohl für alle Beteiligten als auch für die Gäste im Kultursaal.

Auer war mit seinem Fahrrad und einem großen Requisitenkoffer, in dem von Blutwurst über getrocknete Maiskolben bis zum Jurahaus-Modell so ziemlich alles zu finden war, woran er erzähltechnisch anknüpfen konnte, auf der Bühne bestens ausgestattet. "Ich verwende in meinen Krimis alles, was mir zu Hause irgendwie vor die Flinte kommt", erläuterte er, um dann abwechselnd zu lesen und zu erzählen: Wie ein Archaeopteryx-Fund Begehrlichkeiten wecken und ein deftiges Mittagessen bei einer verdächtigen älteren Dame heftige Übelkeit verursachen kann. Oder dass ein Aufeinandertreffen mit einem rennenden Zwei-Zentner-Schwein auch die härtesten Oberkommissare aus der Bahn wirft.

Zu Beginn hatte Andreas Betz, Kuratoriums-Mitglied der Wettstettener Gemeindebücherei, die den Abend mit veranstaltete, kurzweilig von seinen Eindrücken bei der erneuten Lektüre aller Auer-Krimis berichtet und besonders die "höchst interessanten historischen Hintergründe" einzelner Bände hervorgehoben.

Neben den gelesenen Passagen aus seinen Büchern plauderte Auer aus seinem Leben als Regionalschriftsteller. So schreibe er nur über Themen, mit denen er sich auskenne: "Zum Beispiel ist mir die Kirche sehr vertraut, denn ich bin in Eichstätt in eine katholische Schule gegangen. Aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof, deshalb kommen oft landwirtschaftliche Themen in meinen Romanen vor. " Komplikationen ergäben sich ab und an beim Aussuchen der Schauplätze. "Ganz so nah an der Echtheit darf's dann ja auch nicht dran sein", so der Autor augenzwinkernd. Er sei so vorsichtig wie nur möglich, aber manchmal schlage halt der Zufall zu, wenn zum Beispiel die neue Altmühltaler Lamm-Königin genau aus der 200-Seelen-Gemeinde komme, in die er sie ein Jahr vorher hineingedichtet habe.

Auf die Frage, warum er sich ausgerechnet fürs Krimischreiben entschieden habe, antwortete Auer: "Der Krimi ist so ein kompaktes Genre, das gefällt mir. Es gibt feste Leitplanken: ein Mord, die Ermittler, ein paar Verdächtige. Der Leser weiß, was ihn erwartet - das ist doch ein schöner Deal. " Zustimmung beim Publikum, das sich freute über diese Autorenbegegnung der besonderen Art.

Sieben Bände um Kommissar Mike Morgenstern sind bereits erschienen, aktuell schreibt Richard Auer am achten Band seiner Krimiserie, der im Frühjahr 2020 in den Buchhandel kommt.