Hohenwart

Ein Grund zum Mitfreuen

Marktgemeinde und Regens Wagner weihen Kirchplatz am Klosterberg ein

22.06.2014 | Stand 02.12.2020, 22:33 Uhr

 

Hohenwart (SZ) Es sollte ein Ort werden, ebenso ästhetisch wie praktisch, auf dem sich vor allem auch Menschen begegnen: der Kirchplatz am Klosterberg.

Dass das mit den jahrelangen Umbaumaßnahmen geglückt ist, zeigte sich am gestrigen Sonntag: bei der Einweihung. Kaiserwetter machte es möglich, dass der Platz gleich bei der Einweihung seine erste wirkliche Bewährungsprobe unter Beweis stellen konnte – zumindest was das Feiern anbelangt. Und dafür eignet er sich hervorragend, fanden viele der Besucher. Pfarrer Reinhold Gumbiller und der geistliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Regens-Wagner-Stiftungen, Rainer Remmele, zelebrierten gemeinsam den Festgottesdienst auf dem prächtig geschmückten Platz, musikalisch umrahmt von der Marktkapelle Hohenwart und einem Gebärdenchor.

„Es wird viel passieren auf diesem Platz“, sagte Rainer Remmele, „Menschen werden sich hier begegnen – die einen von Termin zu Termin hetzen, andere werden hier Ruhe finden; stolze Eltern fahren vielleicht zum ersten Mal ihr Neugeborenes aus, Kinder spielen, Ältere erzählen aus ihrem Leben“, so Remmele weiter. „Hohenwart und Regens Wagner haben mit diesem einladenden Platz ein gemeinsames Zeichen gesetzt“.

„Einheit, die braucht alle miteinander“, griff Bürgermeister Manfred Russer beim anschließenden Festakt eine Textzeile aus dem Gottesdienst auf. Sehr viele seien an den Baumaßnahmen beteiligt gewesen, sagte Russer, bevor er die lange Zeit von den ersten Planungen bis zum fertigen Platz umriss – ein Kraftakt, der nur mit gebündelten Kräften zu schultern gewesen sei. „Ein erster Durchbruch war zu erkennen, als wir die Städteplanerin Claudia Schreiber eingeschaltet haben,“ erzählte Russer weiter. Und auch die Bürger leisteten einen nicht unerheblichen Beitrag – finanziell und durch das Ertragen von Lärm und Staub. Der neu gestaltete Platz habe eine Wirkung auf den gesamten historischen Klosterberg. Er freue sich darauf, dass sich dieser schöne Platz mit Leben fülle, blickte der Bürgermeister in die Zukunft.

„Zusammenleben – zusammenwachsen“ – bereits 2003 habe Regens Wagner dieses Motto bewegt, sagte Regens-Wagner-Gesamtleiter Willi Käser. Bei der Neugestaltung des Kirchplatzes und dem Regens-Wagner-Eingang sei man „von vorn herein mit der Marktgemeinde verbandelt gewesen“ und habe die Umgestaltung miteinander entwickelt. „Da ist Modernisierung und Sozialraumorientierung auf Inklusion getroffen“, erklärte Willi Käser. Wichtig sei auch, dass der Grüne Saal als Ort der Begegnung sowie die Hauskirche jetzt barrierefrei zu erreichen sind und der Haupteingang verlegt wurde. „Das alles braucht viele Unterstützer“, wie etwa den Stiftungsrat und -vorstand, und auch von der Aktion Mensch habe es einen Zuschuss gegeben. Auch bei den Nachbarn bedankte sich Käser für das gute Miteinander.

„Wir wollten die Kirche wieder in den Mittelpunkt stellen und einen offenen Platz erreichen“, erklärte Städteplanerin Claudia Schreiber die Gedanken, die hinter dem Projekt Kirchplatz standen. „Wichtig war, möglichst die Stellplätze vom Platz zu nehmen und den Menschen Vorrang zu geben,“ so Schreiber weiter. „Schon immer hatte die Kultur der Gesellschaft wesentlichen Einfluss auf die Gestalt der Städte, Dörfer und Gebäude. Uns war wichtig, dass wir diesen individuellen Ort erhalten und weiterführen und sich die Menschen weiterhin damit identifiziert können.“

„Ich lass meine Rede stecken“, verkündete Landrat Martin Wolf keck, nachdem er die Bühne betreten hatte. Stattdessen erzählte er von einem Erlebnis im Hohen Dom zu Augsburg. Da habe das Domkapitel Bischof Konrad Zdarsa zum 70. Geburtstag ein Messgewand überreicht – angefertigt in den Werkstätten von Regens Wagner Hohenwart. „Als das erwähnt wurde, bin ich gleich um zehn Zentimeter größer geworden“, scherzte Wolf. „Das ist unsere Firma“, hätte er so gern verkündet – „hab ich mich dann aber doch nicht getraut“. Dennoch habe er sich mitgefreut, „mit Regens Wagner und mit unserem Ort“. Und jetzt sei wieder so ein Tag, an dem die Freude über den so gut gelungenen barrierefreien Platz im Vordergrund stehe. „Aber das Schönste ist diese Gemeinschaft, die wir erlebt haben“ – ein Symbol, das Kraft geben möge, dass das auch in Zukunft so gut wie in der Vergangenheit gelingen möge. Wie toll es sich auf dem Klosterberger Kirchplatz jetzt feiern lässt, davon überzeugten sich Hunderte Besucher bei Brotzeit und Getränken im Anschluss an den Festakt.