Greding

Ein Gredinger rückt an die Spitze der Domspatzen

Christian Heiß ist designierter Domkapellmeister in Regensburg - Rückkehr zu den eigenen Wurzeln

25.03.2019 | Stand 02.12.2020, 14:21 Uhr
Als Eichstätter Domkapellmeister hat Christian Heiß (rechts) Papst emeritus Benedikt XVI. am 30. Dezember 2016 im Vatikan getroffen, zuvor hatte er schon dessen Primizspruch als Geschenk vertont. Im Herbst tritt Heiß seine neue Stelle als Domkapellmeister in Regensburg an; dann ist er auch Chef der dortigen Domspatzen, jenem Chor, dem er selbst als Jugendlicher angehört hat. −Foto: M. Schneider

Greding/Eichstätt (HK) Christian Heiß wird neuer Domkapellmeister in Regensburg und damit Chef der weltberühmten Regensburger Domspatzen. Das hat das Bistum Regensburg gestern bekannt gegeben. Damit hat sich Heiß unter den 40 Männern und Frauen, die sich um die Stelle beworben hatten, durchgesetzt.

Dabei war die Konkurrenz hochqualifiziert. "Er gehörte zu den acht ausgewählten Top-Kandidaten und beeindruckte beim Vordirigieren das Expertengremium und die Sänger gleichermaßen", sagt Dompropst Franz Frühmorgen. Auch die Meinung der Buben wurde gehört. Sie durften anhand von Fragebögen ihre Wertung abgeben.          

Christian Heiß (51), der Sohn des Gredinger Altbürgermeisters und Ehrenbürgers Otto Heiß, tritt im Herbst die Nachfolge von Roland Büchner an, der nach 25 Jahren in den verdienten Ruhestand tritt. Heiß ist selbst ehemaliger Domspatz und studierte nach dem Abitur die Hauptfächer Kirchenmusik und Orgel bei Professor Franz Lehrndorfer an der Musikhochschule München. Seine Studien beendete er mit dem Kirchenmusik-A-Diplom und dem Meisterklassendiplom in Orgel. Ab 1999 war er Domorganist in Eichstätt und wechselte 2002 in der Nachfolge von Professor Wolfram Menschick in das Amt des Eichstätter Domkapellmeisters.

Schon damals hatte er als frisch berufener Domkapellmeister unserer Zeitung gesagt, die Zeit am Regensburger Internat und im Chor der weltberühmten Domspatzen sei für ihn die "prägende Zeit" gewesen. Denn in Regensburg habe er erstmals intensiven Kontakt mit der Kirchenmusik gehabt - sowohl als Sänger der Domspatzen als auch während seines wöchentlichen Dienstes im Regensburger Dom. In dieser Zeit sei auch seine "besondere Liebe zu Chor und Orgel gewachsen". Damals stand Georg Ratzinger, der Bruder des späteren Papstes Benedikt XVI. dem Chor vor. Das musikalische Talent habe er jedoch von seinem Vater geerbt, Otto Heiß hat sich als deren Leiter viele Jahre um die Gredinger Chorgemeinschaft sehr verdient gemacht.

Seither hat Christian Heiß als Eichstätter Domkapellmeister die Chöre der Eichstätter Dommusik - Domchor, Schola Gregoriana und Jugendkantorei - geleitet. Zudem trägt er als Diözesanmusikdirektor und Leiter des Amtes für Kirchenmusik die Verantwortung für die diözesane Kirchenmusik im Bistum Eichstätt. Christian Heiß spielt regelmäßig Orgelkonzerte und komponiert Chorwerke, die bei renommierten Musikverlagen erschienen. Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz vertonte Heiß den Primizspruch von Papst Benedikt XVI. als offizielles Geschenk der deutschen Bischöfe anlässlich des päpstlichen Deutschlandbesuchs im Sommer 2011. In seine alte Heimat Greding ist er ebenfalls immer wieder als Organist zurückgekehrt, die "30 Minuten Orgelmusik" in der Basilika St. Martin bereichert er immer wieder.

"Über die Berufung zum neuen Regensburger Domkapellmeister freue ich mich sehr und bin dankbar dafür, dass sich Bischof und Domkapitel für mich entschieden haben", sagte Christian Heiß in einer ersten Reaktion. Er empfinde es als ein großes Geschenk, nun als Domkapellmeister an den Ort zurückkehren zu dürfen, der ihn als Mensch und Musiker entscheidend geprägt habe. Er habe nun die Chance, etwas davon zurückzugeben, was "mir in meiner Domspatzenzeit für mein Leben geschenkt wurde".

Der neuen Aufgabe stellt er sich mit Begeisterung. Es sei für ihn ein großer Ansporn und eine große Verpflichtung, in die Nachfolge großer Musikerpersönlichkeiten der über 1000-jährigen Tradition bei den Regensburger Domspatzen zu treten. "Am meisten freue ich mich auf die Jungs, die mich beim Vordirigieren schon begeistert haben", sagt er. Gemeinsam mit tollen Mitarbeitern werde er daran arbeiten, dass die Domspatzen auch künftig einer der berühmtesten und besten Knabenchöre der Welt bleiben.