Eichstätt

Ein Glas Zitronenlimo als Inspiration

"Lumina": Die zweite Ausstellung in der neuen Universitätsgalerie am Marktplatz ist eröffnet

09.08.2017 | Stand 02.12.2020, 17:40 Uhr

Foto: Eva Chloupek

Eichstätt (EK) Bitte was? Bitte wo? Die "University Art Gallery" mitten im Zentrum der Stadt ist in Eichstätt noch ziemlich unbekannt. Das soll sich nun aber spätestens mit der zweiten Schau ändern, die am Dienstagabend eben in der neuen Galerie der Universität am Marktplatz 18 eröffnet worden ist.

Die Galerie teilt sich die Räume mit dem Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Katholischen Universität, in denen zuvor die Hypobank und zu früheren Zeiten das Gasthaus "Zur Traube" zu finden waren.

Der Professor für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik, Dr. Rainer Wenrich, freut sich sehr über diese Möglichkeit, das künstlerische Schaffen seines Fachbereichs darstellen zu können - und überlässt die Galerie dann bewusst den Studierenden zur freien Gestaltung. Bei "Lumina", wie die aktuelle Schau überschrieben ist, gibt es keinen Querschnitt des pädagogischen Schaffens angehender Kunsterzieher zu sehen. Es ist vielmehr eine Konzeptschau, die Studentinnen selbst unter Federführung von Vanessa Gruber auf die Beine gestellt haben.

Die Idee dazu kam der Studentin, die bereits die erste Schau "Image development" im Mai initiiert hatte, nach eigenem Bekunden bei einem Glas Zitronenlimo an der Theke: Das Licht hatte sich im Glas reizvoll gebrochen und diente so als Inspiration für eine Schau, in der nun eben einmal nicht Malerei, Zeichnung und Druck an den Wänden hängt, sondern in der es auch flimmert und flirrt. Gruber selbst hat eine sehr flüchtige Installation mit dem Titel "broken" beigesteuert: Schemenhafte Bewegungen auf Lichtstelen lassen - von Licht und Schatten gebrochen - bei näherer Betrachtung eine tanzende Figur erkennen. "Licht und Schatten" hat Janina Horn ihre Installation überschrieben, in der sie Schuberts "Winterreise" in flüchtigen Projektionen nachempfindet. Rebecca Muselmann und Juliane Reil hauchen mit ihrer Projektion auf Tuch Fotografien von Rauch unstete Bewegung ein.

Tamara Tuncs Beitrag ist beständiger: Sie hat eine Reihe von alten Dias, die bei der Ausbildung von Kunsterziehern in der vordigitalen Zeit zum Einsatz gekommen sind, "zurück ans Licht" geholt und ihnen so neue Bedeutung verliehen.

Ein Spiel von Beständigem und Flüchtigem, von Jetzt und Vergangenheit, lässt sich auch im Gemeinschaftsprojekt "Kettenreaktion" erkennen - ein Wochenthema aus einem Projektseminar: Die Objekte der Kettenreaktion stehen in Vitrinen, der Film dazu flimmert den Besuchern entgegen und ist durchaus als Hommage an Fischli/Weiss zu verstehen.

"Lumina" in der "University Art Gallery" am Marktplatz 18 ist bis 8. November dienstags bis donnerstags von 16 bis 21 Uhr und sonntags von 14 bis 20 Uhr zu sehen.