Ingolstadt

Ein Film über die Fleißerin

Schmutzler-Brüder drehen nächste Woche in Ingolstadt

15.10.2019 | Stand 02.12.2020, 12:50 Uhr
Ihr halbstündiger Fleißer-Film soll im Dezember bei der Wiedereröffnung des sanierten Fleißer-Hauses an der Kupferstraße gezeigt werden: die Regie-Brüder Toby (links) und Kevin Schmutzler. −Foto: privat

Ingolstadt (DK) Zurück in die Zwanziger: Die Schmutzler-Brüder transformieren Ingolstadt mit einem historischen Film über Autorin Marieluise Fleißer wieder zur Filmstadt: Kevin und Toby drehen kommende Woche einen halbstündigen Kurzspielfilm.

Bei der Produktion "Über die Deutsche Frau" handelt es sich nach Aussage der beiden Ingolstädter Regisseure aber nicht etwa um einen Dokumentarfilm, sondern um einen fiktionalen Film, der auf Fleißers realer Biografie
beruht. "Thematisiert wird Emanzipation und das Aufbegehren gegen stereotype Rollenbilder", soviel verrät Toby Schmutzler.

Dieses Thema war der Marieluise-Fleißer-Gesellschaft ebenso wichtig, wie den Regie-Brüdern: "Die Marieluise-Fleißer-Gesellschaft kam mit dem Projekt auf uns zu, und ich glaube, jeder, der in Ingolstadt zur Schule gegangen ist, erinnert sich an einen Besuch im Fleißer-Haus an der Kupferstraße. Das ist für einen Ingolstädter dann natürlich ein sehr schönes Projekt. Da wir fast 100 Jahre in der Zeit zurückreisen, wird es auch künstlerisch entsprechend anspruchsvoll. "

Konkret bedeutet das, die Weinhandlung "Ars Vivendi" zur Bäckerei, das Gasthaus Daniel zur Filmkneipe und das Jura-Museum in Hofstetten zur "Wohnung" der Fleißerin umzufunktionieren. Neben einigen lokalen Theatergesichtern konnten die Brüder als Darsteller unter anderem Elisa Schlott (Tatort, Fremde Tochter), Oleg Tikhomirov (Babylon Berlin, Das Boot) und Luisa Wietzorek begeistern. Letztere hatte 2018 neben mehrere Tatort-Episoden auch im Spielfilm "Robin", dem Debütfilm der Schmutzlers, mitgewirkt.

Erstaufführung des Fleißer-Films soll im Dezember bei der Neureröffnung des Fleißer-Hauses sein.

Der FilmFörderFonds Bayern unterstützt das Projekt ebenso wie die Stadt Ingolstadt, das Stadttheater und zahlreiche lokale Betriebe. "Wir sind eigentlich wie immer super aufgestellt hier in der Region - nur
den einen oder anderen Oldtimer aus den 1920er Jahren könnten wir noch gebrauchen! " Aber auch der dürfte sich finden lassen.