Allersberg

Dreifacher Festtag für die Feuerwehr

Neue Drehleiter beim Florianstag gesegnet - Intensive Ausbildung bis zur offiziellen Inbetriebnahme im Juli

07.05.2018 | Stand 02.12.2020, 16:26 Uhr
Die neue Drehleiter für die Allersberger Feuerwehr segnen Kaplan Kilian Schmidt und Pfarrer Hermann Dinkel auf dem Marktplatz. Ein langer Festzug zum Florianstag bewegt sich nach dem ökumenischen Gottesdienst bis zum Feuerwehrhaus an der Neumarkter Straße. −Foto: Fotos: Mücke

Allersberg (HK) Einen großen Tag hat die Freiwillige Feuerwehr Allersberg am Samstag begangen: Die neue Drehleiter erhielt den kirchlichen Segen, zusammen mit den Ortswehren in der Marktgemeinde, der Patenwehr aus Greding und der Freundschaftswehr aus Seligenporten wurde der Florianstag gefeiert und mit einem Ehrenabend (Bericht folgt) haben die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Allersberger Feuerwehr begonnen.

Die neue Drehleiter mit einer Nennrettungshöhe von 23 Metern stand für die Segnung fein säuberlich geputzt und mit einem Blumenkranz versehen auf dem Marktplatz, während die Feuerwehren in einem offenen Rund mit ihren Vereinsfahnen angetreten waren. Der Musikverein Markt Allersberg unter der Leitung von Diana Köstler hatte die Floriansjünger von ihrem Treffpunkt am Festplatz auf den Marktplatz geleitet, wo auch viele Zuschauer das Zeremoniell mitverfolgten.

Kommandant Stefan Meyer war die Begrüßung der vielen Gäste an diesem Nachmittag vorbehalten. Er zeigte sich erfreut, dass nach gut eineinhalbjähriger Vorarbeit nun der Zeitpunkt gekommen war, das neue Gerät in den Dienst zu stellen. 650000 Euro stehen dafür im Haushalt des Marktes Allersberg bereit und mit gut 23000 Euro wird sich auch der Freistaat Bayern an den Kosten beteiligen.

Der kompakte Rettungskorb ist für vier Personen oder 400 Kilogramm Gesamtgewicht ausgelegt. Angebracht werden können an den Korb beispielsweise eine Krankentragehalterung, ein Schaumwasserwerfer oder andere Ausrüstungsgegenstände. Es ist die modernste Drehleiter derzeit im Landkreis, an deren Gelenkarm auch eine Kamera und eine umfangreiche Beleuchtung für nächtliche Einsätze angebracht ist.

Die Anschaffung der neuen Drehleiter hatten die baulichen Gegebenheiten in Allesberg und die geänderten gesetzlichen Vorgaben erforderlich gemacht, stellte Kommandant Meyer klar. Am 9. Juli wird die neue Drehleiter ganz offiziell in den Dienst der Allersberger Wehr gestellt, wie der Kommandant ankündigte. Bis dahin gelte es noch umfangreiche Ausbildungen zu absolvieren, so dass alle Feuerwehrleute in die Bedienung des Fahrzeugs eingewiesen sind. Meyer versprach auch, das Fahrzeug zu hegen und zu pflegen, was wohl vor allem Bürgermeister Daniel Horndasch und die anwesenden Marktratsmitglieder gerne gehört haben.

Gerade solche Brände wie erst am Freitagabend in Spalt hätten gezeigt, dass Drehleitern heutzutage unbedingt notwendig seien, stellte Landrat Hebert Eckstein in seiner Ansprache fest. Dank sagte der Landrat dem Markt für die Bereitstellung der Finanzmittel und er sagte auch Dank im Namen der Wolfsteiner Altenheim-Stiftung, deren Vorsitzender er ist. Schließlich ist das Alten- und Seniorenheim das höchste Gebäude in der Marktgemeinde, das im Notfall besonders von der neuen Drehleiter profitieren würde. Aber nicht das Fahrzeug, sondern diejenigen, die damit umgehen und dafür ihre Freizeit opfern, würden im Vordergrund stehen, sagte Eckstein unter dem Beifall der vielen Feuerwehrleute.

Bürgermeister Daniel Horndasch bezeichnete die Indienststellung der Drehleiter als einen Quantensprung für die Allersberger Feuerwehr und für die Allersberger Bürger, die nun ruhiger schlafen könnten. Altbürgermeister Bernhard Böckeler, in dessen Amtszeit die Anschaffung noch fiel, sprach den längeren Weg bis zur Entscheidung an und lobte die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehrführungskräften. Auch Kreisbrandrat Werner Löchl, Kreisbrandinspektor Egbert Petz und Kreisbrandmeister Thomas Hagenrainer lobten die Anschaffung. Sie betonten, dass die Drehleiter für die heutigen Einsätze notwendig sei, dass die Feuerwehrleute dadurch aber auch noch mehr gefordert seien.

Den Segen Gottes für die mit dem neuen Fahrzeug im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute und die zu rettenden Personen erflehten Pfarrer Hermann Dinkel von der evangelischen Kirchengemeinde und Kaplan Kilian Schmidt, der sich darüber freute, rund ein Jahr nach seiner in Allersberg gefeierten Primiz wieder in der Marktgemeinde sein zu können.

In einem ökumenischen Gottesdienst wurde nach der Fahrzeugsegnung der Florianstag gefeiert, zu dem sich die Feuerwehren der Marktgemeinde alljährlich im Mai versammeln. Feierlich zogen die Fahnenträger der Wehren in die vollbesetzte Pfarrkirche ein. Der Gottesdienst wurde vom Chor Cantico musikalisch umrahmt. Die beiden Geistlichen stellten in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen das Leben des heiligen Florian als Schutzpatron der Feuerwehrleute. Kaplan Schmidt und Pfarrer Dinkel betonten auch die große Bereitschaft der Feuerwehrleute und die enorme Nächstenliebe, die für diesen Dienst notwendig sei.

Reinhold Mücke