Rohrbach

Drei Karambolagen binnen einer Dreiviertelstunde

Außergewöhnliche Unfallserie auf Höhe Rohrbach legt am Freitagabend den Verkehr auf der A 9 stundenlang lahm

01.10.2017 | Stand 02.12.2020, 17:25 Uhr

Um 180 Grad herumgeschleudert wurde dieser Pkw bei einer Autobahn-Karambolage auf Höhe Rohrbach. Es war der letzte von insgesamt drei Unfällen, die sich am Freitagabend binnen kurzer Zeit in diesem Bereich der A 9 ereignet haben. - Foto: Heinz Reiß

Rohrbach/Langenbruck (mck) Lange Staus in beiden Fahrtrichtungen, zwei Verletzte und fast 55 000 Euro Schaden sind die Bilanz dreier Karambolagen, die sich am Freitagabend binnen nur einer Dreiviertelstunde auf der A 9 ereignet haben - und zwar alle im gleichen Autobahnabschnitt zwischen der Anschlussstelle Langenbruck und dem Dreieck Holledau. Die Verkehrspolizei spricht von "erheblichen Behinderungen" durch die Aufräumarbeiten.

Helfer mehrerer Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks sowie des Rettungsdiensts waren stundenlang im Einsatz.

Zum ersten Auffahrunfall kam es gegen 19.40 Uhr zunächst in Richtung Nürnberg, wie die Verkehrspolizei Ingolstadt berichtet: Ein 48-jähriger Mann befuhr demnach mit seinem Kleintransporter die Autobahn, als auf Höhe Rohrbach ein bislang unbekanntes dunkles Auto unvermittelt vor ihm die Fahrspur wechselte, sodass der Fahrer des Kleintransporters stark abbremsen musste. Er versuchte zwar, auf die linke Spur auszuweichen, doch dort prallte ihm ein 34-jähriger Autofahrer ins Heck. Auch zwei weitere nachfolgende Autos konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhren auf. Im dritten Fahrzeug wurden die Insassen leicht verletzt. Die beiden 50 und 19 Jahre alten Frauen wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. An den Fahrzeugen ist laut Polizei ein Schaden in Höhe von insgesamt 21 000 Euro entstanden. Die Autobahn musste für die Abschlepp- und Aufräumarbeiten teilweise gesperrt werden.

Gerade einmal 40 Minuten später folgte auf gleicher Höhe die nächste Karambolage mit drei Fahrzeugen - diesmal allerdings jenseits der Mittelleitplanke in Fahrtrichtung München: Im dichten Verkehr fuhren gegen 20.20 Uhr drei Autos auf der linken Fahrspur hintereinander. Der vorderste Autofahrer, ein 30 Jahre alter Mann aus Hannover, trat verkehrsbedingt auf die Bremse. Der dahinter fahrende 22-Jährige konnte sein Auto zwar noch rechtzeitig abbremsen. Doch die dritte Wagenlenkerin, eine 22-Jährige aus Hamburg, erkannte die Gefahr laut Verkehrspolizei zu spät: Sie fuhr auf und schob ihren Vordermann durch den Aufprall auch noch auf den Wagen des Hannoveraners auf. Keiner der Insassen wurde verletzt. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Polizei auf 8500 Euro. Die linke Spur musste bis zur Bergung des Autos der 22-Jährigen gesperrt werden. Die anderen Pkw waren noch fahrbereit.

Nur eine Minute später und einen Kilometer früher krachte es schließlich im Rückstau - ebenfalls in Fahrtrichtung München: Eine 49-jährige Autofahrerin konnte am Stauende auf dem linken Fahrstreifen rechtzeitig anhalten. Ihr Hintermann, ein 59-Jähriger, erkannte die Situation laut Polizeibericht aber zu spät und versuchte durch einen Fahrstreifenwechsel auf die mittlere Spur einen Auffahrunfall zu vermeiden. Dabei streifte er zunächst den Wagen eines 33-jährigen Ingolstädters und prallte schließlich gegen das Auto eines 24-jährigen Pfaffenhofeners, das dadurch ins Schlingern geriet. Der Wagen drehte sich um 180 Grad und krachte mit seinem Fahrzeugheck ins Auto der 49-Jährigen. Laut Polizei wurde keiner der Beteiligten verletzt. Die mittlere und linke Spur mussten aber bis spät in den Abend gesperrt werden. Drei der beteiligten Fahrzeuge mussten zudem abgeschleppt werden. Der Gesamtschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 25 000 Euro.