Hettenshausen

"Doktor Winfried, du bist einer von uns"

Hohe Ehre für Afrika-Blindenhilfe: Winfried Grasbon erhält Staatsmedaille für besondere Verdienste

28.10.2018 | Stand 02.12.2020, 15:22 Uhr
Ausgezeichnet: Die Ehrenmedaille verliehen Winfried Grasbon (von links) Hans Wojta und Heinz Grimm. −Foto: Gruber

Hettenshausen (eg) Zu einer Feierstunde haben sich die Mitglieder der Afrika-Blindenhilfe Hettenshausen am Freitag im Stroblanwesen getroffen, um die Auszeichnung zu feiern, die Winfried Grasbon von Gesundheitsministerin Melanie Huml "für besondere Verdienste" erhalten hat.

Dabei berichtete Grasbon zusammen mit Bürgermeister Hans Wojta, der ihn auf seiner jüngsten Reise begleitete, über die Tätigkeit in Afrika und seine Erfahrungen. Die schönste Auszeichnung, die er erhalten habe, sei laut Grasbon eine Aussage in Afrika gewesen. "Doctor Winfried, you are one of us", hieß es dort. Übersetzt: Doktor Winfried, du bist einer von uns. "

Im Jahr 1995 hatte Grasbon über die Missionsbenediktiner zum ersten Mal Kontakt mit Krankenhäusern im Süden Tansanias. Was er dort sah, die vielen unbehandelten Augenkrankheiten und ihre Folgen, die Erblindungen schon bei Kindern, ließen ihn nicht mehr los. Und so folgten bis heute über 40 Reisen nach Afrika, Tausende Kilometer an langen Fahrten bei schwierigen Straßenverhältnissen. "Wir sind stolz auf eine Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde", erzählte der Augenarzt. Inzwischen habe sich bei den Mitarbeitern und den Krankenstationen dank der Hilfe aus Hettenshausen und der Ausbildung einheimischer Medizinkräfte einiges verbessert, wobei gerade unter den Helfern erstaunliche Talente zum Vorschein kommen. "Mit einfachsten Mitteln werden defekte Geräte wie Stromgeneratoren repariert", berichtete Grasbon. "Die Abläufe wurden verbessert, die Einrichtungen ausgebaut. " Aber der Bedarf ist immer noch groß, da sich viele Einheimische die Behandlung in Krankenhäusern nicht leisten können und Augenkrankheiten sehr verbreitet sind. Erstaunlich sei auch die Hilfsbereitschaft unter den Einheimischen: "Die Mutter wird operiert, in der Zwischenzeit läuft eine Krankenschwester mit deren Baby auf dem Rücken herum und macht ihre Arbeit. "

Heinz Grimm vom Staatsministerium verlas die Ehrenurkunde und überreichte die Medaille im Namen der Ministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml. Wojta bedankte sich zudem bei Grasbons Frau für die Unterstützung. Und dann wurde noch ein wenig gefeiert, bevor für Grasbon die nächste Reise nach Afrika ansteht.