Großhöbing

Die Lücke hat sich geschlossen

Gemeindeübergreifender Radweg zwischen Großhöbing und Untermässing eingeweiht Saubere Füße dank Mehrarbeit

01.10.2017 | Stand 02.12.2020, 17:25 Uhr

Die Kinder dürfen die Strecke als Erste nutzen. Auch die Großhöbinger Gemeinschaftshalle ist nun auf zwei Rädern erreichbar; genau dort wird der Radweg eingeweiht. - Foto: Leykamm

Großhöbing (lkm) Er führt durch drei Orte sowie zwei Gemeinden und bildet den Lückenschluss zwischen zwei Radlparadiesen: der neue Radweg von Groß- über Kleinhöbing nach Untermässing. Auch an die Großhöbinger Gemeinschaftshalle ist die neue Strecke angebunden und genau dort konnte sie nun auch eingeweiht werden. Dabei profitierten die Gäste von der Mehrarbeit, die hier geleistet wurde und sie trockene Füße behalten ließ.

Im Zuge der Maßnahme wurde nämlich die Zufahrt zur Halle sowie deren Einfahrt asphaltiert. Das entschärfte die Wirkung des Regens, der vor der Feier herabgeprasselt war. Bei dieser bedankte sich Gredings Bürgermeister Manfred Preischl unter anderem für das Engagement der beiden Höbinger Ortssprecher Max Dorner auf Gredinger und Cordula Meier auf Thalmässinger Seite. Auf allen Ebenen habe die interkommunale Zusammenarbeit sehr gut funktioniert und so könne man nun zurecht "stolz auf das Ganze sein". Der Rathauschef weiter: "Wir haben auch eine stolze Summe verbaut." Doch mit den Kosten, die mit 318 800 Euro zu Buche schlagen, liegt die Maßnahme allerdings leicht unter der veranschlagten Bausumme. Es sei gelungen, "vernünftige Preise zu erzielen."

Seinen Anfang habe das Projekt 2014 genommen, als die ersten Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt geführt worden seien. Ein Behördenvertreter verwies seinerzeit auf das Lückenschlussprogramm, was in Anspruch genommen werden könne. Denn das Radwegenetz, das sich von Untermässing in Richtung Neumarkt verzweigt, harrte damals noch einer Verbindung zum Gredl-Radweg, der durch Großhöbing führt. Mit der Aussicht auf eine hohe Förderquote machte man sich ans Werk und hatte dabei nicht nur die Fahrradfahrer im Blick. Statt der nötigen zweieinhalb wurde der eineinhalb Kilometer lange Weg gleich drei Meter breit gemacht, damit er auch von Landwirten und ihren Maschinen genutzt werden kann. Die Route führt von der Zinkelmühle bei Höbing bis an den Fuß des Auer Bergs. Bei dem Projekt handelt es sich dabei im Wesentlichen um einen Ausbau eines bereits bestehenden Feld- und Waldwegs. Ihn nahm sich auch schon einmal die Untermässinger Jagdgenossenschaft an und pflasterten eine S-Kurve. Dieses Teilstück ist nun im neuen Radweg integriert - der Rest der Strecke wurde asphaltiert.

Den die Gemeinden wie auch die Generationen verbindenden Charakter des Weges stellte in seinem Grußwort Landrat Herbert Eckstein heraus. Mit dazu trägt auch die Tatsache bei, dass sowohl die Autobahn 9 wie auch die ICE-Strecke und die Staatsstraße unterquert werden, so dass die Risiken für die Radelnden sich hier auf der Höhe eines Mindestmaßes bewegen. Nun gelte es den neuen Weg auch zu nutzen, so Eckstein. Der Landrat erinnerte zudem an den verstorbenen Hans Hilpoltsteiner aus Hausen, der sich vom Skeptiker einer solchen Verbindungsstrecke zu einem großen Verfechter entwickelt hatte, die Verwirklichung aber nicht mehr miterleben durfte. Ein kleines Wort der wohl nicht ganz ernst gemeinten Kritik hatte der Landrat auch im Gepäck. Er frage sich, warum ausgerechnet der radelnde Bürgermeister in Büro- statt Radlermontur erschien. Damit war Thalmässings Rathauschef Georg Küttinger gemeint, der die ungünstige Witterung als Grund dafür ins Feld führte. Auch als Juniorpartner des Projekts sei der Markt mit der Umsetzung sehr zufrieden. Zum Vergleich: 1205 Meter liegen auf Gredinger, 280 auf Thalmässinger Gemeindegebiet. Man könne gerne wieder ein gemeinsames Projekt angehen, so Küttinger. Was auch schon anberaumt ist. Denn an das Domizil der "Feuerwehr Höbing", die schon im Namen auf eine Unterscheidung der Orte verzichtet, soll ein Dorfgemeinschaftshaus angebaut werden.

Gottes Segen für den jetzt verwirklichten Radweg und seine Nutzer erbaten der katholische Pfarrer Krzysztof Duzynski sowie sein evangelischer Kollege Frank Zimmer. Er erinnerte daran, dass die beim Radfahren aufgewendete Muskelkraft zu Zeiten des Klimawandels der "alternative Antrieb" schlechthin und das Ziel aller Wege, die die Menschen verbinden, letztlich Gott sei. Duzynski wiederum hatte sich für den Fall, dass der Regen auch zur Einweihung anhält, einen besonderen Kniff ausgedacht. Wenn er die von oben fallenden Tropfen weihe, übertrage sich der Segen ja so auch auf die Straße, erklärte er mit theologischem Augenzwinkern. Doch es tropfte nicht mehr und so konnte der Geistliche seinem Amt ganz klassisch nachkommen. Nach dem Durchschneiden des Bandes waren es dann die Kinder, die als Erste die neu eröffnete Radverbindung nutzen durften.