Freystadt
Deutscher Vizemeister aus Freystadt

Badmintonspieler Johannes Pistorius holt Silber im Herrendoppel Jäger/Kunkel überraschen mit Bronze

07.02.2018 | Stand 02.12.2020, 16:51 Uhr |

Foto: DK

Freystadt (HK) Der Freystädter Badmintonspieler Johannes Pistorius ist bei den 66. deutschen Meisterschaften erstmals im Finale gestanden. Zusammen mit Peter Käsbauer (BC Saarbrücken) unterlag er dort im Herrendoppel den Topfavoriten Jones Jansen/Josche Zurwonne (BC Saarbrücken).

Trotzdem ist der deutsche Vizemeistertitel für Pistorius ein großer Erfolg. Eine echte Überraschung gelang dem Freystädter Bundesligadoppel Julia Kunkel (21) und Annabella Jäger (19). Als "Ungesetzte" erreichten sie den dritten Platz im Damendoppel.

Die Meisterschaft fand wie in den Vorjahren in der 5000 Zuschauer fassenden Seidensticker Halle in Bielefeld statt. Mit im Feld vier Freystädter Bundesligaspieler: Hannes Gerberich und Julia Kunkel hatten sich über die südostdeutschen Meisterschaften qualifiziert, Johannes Pistorius und Annabella Jäger erhielten vom Bundestrainer eine Wildcard.

Im Dameneinzel schaffte es Julia Kunkel bis ins Achtelfinale, schied dann aber in zwei Sätzen aus. Hannes Gerberich überstand im Herreneinzel die erste Runde und machte auch in der zweiten Runde ein gutes Spiel. Er erzwang einen Entscheidungssatz, unterlag dann aber unglücklich mit 20:22.

Im gemischten Doppel kam für Annabella Jäger, die mit Tobias Wadenka vom TSV Neuhausen spielte, bereits in der ersten Runde das Aus. Johannes Pistorius, der mit Lara Käpplein vom BC Mülheim antrat, schied im Achtelfinale aus.

Im Damendoppel hatten sich Annabella Jäger/Julia Kunkel viel vorgenommen, nachdem sie bereits vor zwei Jahren die Bronzemedaille bei der DM gewonnen hatten. Ihre erste Bewährungsprobe bestanden die Freystädterinnen im Achtelfinale bei ihrem hart erkämpften Dreisatzsieg über Nadine Cordes und Laura Gredner vom VFB Peine. Im Viertelfinale trafen sie auf die favorisierten Lisa Kaminski und Hannah Pohl vom BC Bonn Beuel, Teilnehmer der EM 2017 und Nummer 100 der Welt. Der erste Satz ging an die Bonner, danach kamen Jäger/Kunkel immer besser ins Spiel, gewannen die beiden Folgesätze und erreichten das Halbfinale. Hier warteten die hoch favorisierten Nationalspielerinnen Carla Nelte (TV Refrath) und Isabel Herttrich (BCB Saarbrücken), die sich erwartungsgemäß in zwei Sätzen durchsetzen konnten. Trotzdem waren Jäger/Kunkel glücklich mit ihrer Bronzemedaille. Für Jäger ist der Erfolg eine Bestätigung, dass sie nach ihrem Kreuzbandriss und einjähriger Zwangspause wieder auf ihrem Leistungsniveau ist.

Im Herrendoppel waren Johannes Pistorius mit Peter Käsbauer vom BC Saarbrücken an Position drei gesetzt. Die beiden Nationalspieler spielen noch nicht lange zusammen, konnten aber mit der Halbfinalteilnahme in der Türkei Ende Dezember und im Januar beim Einzug in das Finale der offenen estnischen Meisterschaften zeigen, dass sie zu den besten deutschen Herrendoppeln gehören. Auch in der Weltrangliste haben sie sich unter die Top 200 gespielt.

In Bielefeld erreichten Pistorius/Käsbauer ohne Satzverlust das Finale, profitierten allerdings davon, dass sie im Halbfinale kampflos weiterkamen. Marvin Seidel hatte sich im Mixed verletzt und so konnten Seidel/Weißkirchen nicht mehr antreten.

Die Stimmung in der gut besuchten Halle war hervorragend, als das Finale Johannes Pistorius/Peter Käsbauer gegen die topgesetzten Josche Zurwonne/Jones Jansen aufgerufen wurde. Jansen, gebürtiger Indonesier, war nach seiner Einbürgerung im vergangenen Jahr erstmals berechtigt. Die vier Nationalspieler kennen sich bestens, sie trainieren täglich gemeinsam am Olympiastützpunkt in Saarbrücken. Als hoher Favorit gingen Zurwonne/Jansen als Nummer 32 der Welt in die Partie. Das Spiel war von Anfang an von Taktik geprägt. Im ersten Satz konnten sich Zurwonne/Jansen schnell absetzen und gewannen mit 21:15. Der zweite Satz verlief ausgeglichen, Pistorius/Käsbauer hatten bei 20:18-Führung zwei Satzbälle, konnten diese aber nicht verwandeln. Der Satz ging in die Verlängerung, nach einem weiteren vergebenen Satzball nutzten Zurwonne/Jansen nach 38 Minuten den Matchball zum 25:23 Sieg. Der Applaus der Zuschauer galt allen vier Spielern und Pistorius/Käsbauer konnten sich trotz der vergebenen Chancen im zweiten Satz über ihre Silbermedaille freuen.