Pfaffenhofen

Der zweite Zwilling

Nach der Tafel Pfaffenhofen feiert jetzt auch der finanziell unterstützende Tafelverein sein 15-Jähriges

09.04.2018 | Stand 02.12.2020, 16:35 Uhr
Sie leiten den Tafelverein als ehrenamtliches Team: Erich Schlotter (von links), Heide Lempp, Petra Rathgeb und Christa Kuhn. −Foto: Eibisch

Pfaffenhofen (PK) Nach der Tafel Pfaffenhofen feiert nun auch der Verein zu deren finanzieller Förderung sein 15-jähriges Bestehen. Am Donnerstag findet ein kleiner Festakt (siehe Kasten) des Hilfsvereins statt, der die Tafel finanziell kräftig unterstützt.

Der Unterschied zwischen der Tafel und dem Tafelverein ist kaum jemandem geläufig. Und von der Gründung im Jahr 2003 an war die personelle Verzahnung der beiden Institution auch derart eng, dass alles wie aus einem Guss wirkte. Sieglinde Wiegand stand damals an der Spitze von Tafel und Verein. Später tat es ihr Gudula Langmaier gleich. Erst 2014 startete die "schrittweise Entflechtung", wie der jetzige Vorsitzende Erich Schlotter die Entwicklung bezeichnet, die im vergangenen Jahr ihren Abschluss gefunden hat. Seither steht Schlotter dem Verein vor, unterstützt von seiner Stellvertreterin Christa Kuhn, Kassiererin Heide Lempp und Schriftführerin Petra Rathgeb. "Wir sind der zweite Zwilling", beschreibt Schlotter die Rolle des Vereins. "Wir stimmen uns bei allen Schritten eng mit der Tafel ab. Wir beraten und holen uns Rat ein", ergänzt Kuhn. Einmal pro Monat erfolgt die Abstimmung der nächsten Schritte. Und während die Tafel tonnenweise Lebensmittel von Läden und Supermärkten einsammelt, um sie an Hunderte von bedürftigen Kunden im südlichen und mittleren Landkreis zu verteilen, ist der Verein für das Finanzielle zuständig. "Wir dürfen Spenden einnehmen und Quittungen ausstellen", berichtet Heide Lempp. Zwischen 2003 und 2017 sind sagenhafte 450000 Euro zusammengekommen, die von vielen regelmäßigen Gönnern und Einmalspendern eingesammelt wurden. Von Privatpersonen, öffentlichen Institutionen oder kirchlichen Verbänden kommt das Geld. "Aber auch auf vielen Geburtstagen oder bei öffentlichen Anlässen wird immer wieder auf Geschenke verzichtet und stattdessen für die Tafel gesammelt", berichtet Schlotter. Diese Aktionen freuen die Ehrenamtlichen besonders. Und sie sind wichtig. Denn die Tafel könnte ihren Betrieb in der aktuellen Weise ohne die finanziellen Zuwendungen kaum noch aufrecht erhalten. "Wir nehmen jährlich um die 30000 Euro ein. Da hat es sich in etwa eingependelt", so Kuhn. Zwei Drittel davon fließen in Lebensmittel, die zugekauft werden. Ein Drittel muss für die Betriebskosten abgezwackt werden. "Und das sind keine Mietkosten", versichert Lempp. Sämtliche Gebäude, in denen die Ausgabestellen untergebracht sind, werden der Tafel mietfrei zur Verfügung gestellt. Gearbeitet wird sowieso rein ehrenamtlich. Dieses Geld geht also vor allem in den Unterhalt der Kühlautos - das zweite wurde 2016 unter Federführung des Lion's Club von sieben Sponsoren finanziert. Aber auch neue Transportkisten oder Verpackungsmaterial muss immer wieder angeschafft werden.

Wichtig sind dem Verein aber besonders die Sonderaktionen für die Kinder der Kunden. "Andere haben Spielzeug im Überfluss. Sie bekommen oft nicht mal ein Geburtstagsgeschenk", erzählt Kuhn. "Wir gratulieren und übergeben einen Gutschein. Das macht die Kleinen glücklich - und ihre strahlenden Augen uns Helfer ebenfalls."

Patrick Ermert