"Der Friedhof gehört doch zu uns"

11.03.2009 | Stand 03.12.2020, 5:08 Uhr |

 

Eichstätt (EK) Am heutigen Donnerstag beschäftigten sich die Mitglieder des Bauausschusses mit der Erweiterung des Rebdorfer Friedhofes, gestern Nachmittag hatten die Anwohner bei einem Ortstermin an der Weinleite das Wort.

Stadtbaumeister Albert Dischinger und der Leiter des Friedhofsamtes, Josef Zinsmeister, waren mit Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer, dem Geschäftsführenden Beamten Hans Bittl und einigen Stadträten zum Friedhof gekommen, um den Rebdorfern die für heuer geplante Erweiterung des Ortssteilfriedhofs vorzustellen:

Etwa 60 Grabstellen hat der Stadtteilfriedhof bisher, knapp acht bis zehn sind noch frei. Zinsmeister betonte die Notwendigkeit der Erweiterung: Bei durchschnittlich vier bis fünf Beerdigungen in Rebdorf pro Jahr ist der Friedhof hier in zwei Jahren voll belegt, eine Erweiterung sei nun unumgänglich.

Stadtbaumeister Albert Dischinger erläuterte dann den Plan im Detail: Entgegen früheren Überlegungen einer großen Erweiterung mit insgesamt bis zu 240 Grabplätzen (Stichwort "Zwiebelschale" rund um die bestehende Anlage), werde es nun eine "behutsame Erweiterung" um 60 weitere Plätze in südöstlicher Richtung geben. Der Haupteingang bleibt dabei erhalten, hangaufwärts wird ein kleines "Nebengebäude" für die Entsorgung von Grüngut und Grablichtern geschaffen.

Richtung Süd-Osten nahe der Bushaltestelle ist im Bereich der Erweiterungsfläche an einen kleinen Raum für den Bestatter gedacht; hier sollen auch Aufbahrungen möglich sein. Als Vorbild könnte das schlichte Leichenhaus in Wasserzell dienen, erläuterte Albert Dischinger. Auch in der Gestaltung der Mauern und der Wege werde er sich am bestehenden sehr schönen Friedhof richten, so der Stadtbaumeister.

Die meisten Rebdorfer standen beim gestrigen Ortstermin den Plänen des Stadtbaumeisters positiv gegenüber. Ein Anwohner wollte das "Leichenhaus" lieber auf der anderen Seite – er wohnt in der Nähe der momentan geplanten Lage. Ein anderer Anwohner, der seit nun schon knapp 20 Jahren gegen den Rebdorfer Friedhof kämpft, wurde wegen der erneuten Erweiterung sehr laut: Der Friedhof in der Stadt habe doch noch genug Plätze, und überhaupt sei hier in Rebdorf kein öffentlicher Friedhof gewesen, als er in den 1970er Jahren das Grundstück daneben erworben habe. Pater Manfred Laschinger verwies dagegen auf die heuer 150-jährige Geschichte des Friedhofs hier, und der Geschäftsführende Beamte Hans Bittl erklärte, dass bereits 1990 ein Bebauungsplan rechtskräftig geworden sei, der dieses Areal – in deutlich größerem Umfang als die jetzt geplante Erweiterung – als Friedhof ausweise. Bereits dagegen hatte der streitbare Anwohner seinerzeit vergeblich geklagt.

Er fand auch beim gestrigen Ortstermin keine Mehrheit: "Der Friedhof gehört doch zu uns", hieß es von anderen Rebdorfern. Sie wollten auch in Zukunft ihre Angehörigen im Ortsteilfriedhof besuchen und einmal auch selbst hier begraben liegen: "Ich bin eine Rebdorferin, was will ich denn im Ostenfriedhof in der Stadt", meinte eine ältere Dame, ihre Nachbarin ergänzte: "Die jetzige Planung ist doch gut".

Ob sie noch in diesem Jahr so umgesetzt wird, entscheidet der Bauausschuss am heutigen Donnerstag ab 16.30 Uhr in der öffentlichen Sitzung.