Ingolstadt

Der erste Zement ist verteilt

Offizieller Start für fast 17 Millionen Euro teure Sanierung des Georgianums - Zeitkapsel kommt ins Foyer

10.04.2019 | Stand 02.12.2020, 14:13 Uhr
Betätigten sich als Maurer für die Zeitkapsel des Georgianums: OB Christian Lösel, KU-Vizepräsident Jens Hogreve, Alt-OB Peter Schnell, Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle und Nicolai Fall, Geschäftsführer der städtischen INKoBau (von links). Der Stein soll einmal in den Neubau des Foyers eingelassen werden. −Foto: Rössle/Grafik: Arge Feulner Häfner-Milde Möser

Ingolstadt (DK) Gut zweieinhalb Jahre will sich die Stadt nehmen, um aus den verschiedenen Gebäudeteilen des Georgianums am Hohe-Schul-Platz wieder ein historisches Kleinod zu machen. Mit dem Füllen und Einmauern einer Zeitkapsel gaben die Verantwortlichen gestern den Startschuss für das Projekt. Noch 2021, wenn sich die ursprüngliche Fertigstellung zum 525. Mal jährt, soll es soweit sein.

Christian Lösel hat ja schon viele Reden gehalten, an vielen Orten, in verschiedensten Situationen. Aber ein solches Rednerpult wie gestern mitten in der Fasshalle ist ihm wohl nur selten untergekommen. Der Rathauschef durfte sich hinter einem sauber geschlichteten Turm aus Ziegelsteinen positionieren und dann später auch zu Kelle und Zement greifen. Die Chronisten dieses historischen Momentes, der es nach Lösels Worten fürwahr sein dürfte, können Folgendes für die Nachwelt hinterlassen: Alle Beteiligten sind unverletzt und ohne gröbere Verschmutzungen aus der Angelegenheit herausgekommen. Das betrifft nicht nur Lösel, sondern auch seinen Vorvorgänger, Alt-OB Peter Schnell, Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle, den KU-Vizepräsidenten Jens Hogreve und Nicolai Fall, den Geschäftsführer der mit der Sanierung betrauten Stadttochter INKoBau. Fall erklärte auch, was es mit der Zeitkapsel auf sich hat: "Es gibt hier ja einen Grundstein. Dem wollen wir keine Konkurrenz machen." Die neue Zeitkapsel wird deshalb in dem Neubau des Foyers, der im Hof entstehen soll, im Boden eingelassen.2019 ist übrigens als Jahreszahl in die Deckplatte der Zeitkapsel bereits eingefräst, um das Startjahr der Sanierung zu verewigen. Die für die Fertigstellung fehlt. "Wie werden alles dafür tun, dass es 2021 ist", kündigte der Geschäftsführer an. Angesichts der historischen Substanz sagte er aber auch: "Warten wir ab, was noch kommt."Für OB Lösel war es auf alle Fälle "ein besonderer Tag". Er erinnerte an die große wissenschaftliche Geschichte Ingolstadts. Seit dem Verlust der Landesuniversität 1800 nach Landshut versuche man, "an diese Zeit wieder anzuknüpfen". Nun biete sich auf historischem Grund eine historische Chance. Von den 2200 Quadratmetern Nutzfläche in den fünf Gebäudeteilen soll die KU Eichstätt-Ingolstadt "als Hauptmieter" knapp die Hälfte erhalten und dort mit einem Ethikinstitut ein "zweites Standbein in Ingolstadt" (Lösel) neben der WFI setzen. Außerdem soll eine bayerische Gastronomie in die Fasshalle einziehen und die Kapelle Peter und Paul zum Veranstaltungssaal hergerichtet werden. "Ein Schmelztiegel der jahrhundertelangen Geschichte", freute sich Lösel und kann nun die Maurerkelle an die echten Fachleute weiterreichen.

Christian Rehberger