Pfaffenhofen

"Den Stift von damals gibt es nicht mehr"

Unternehmen und die neue Azubi-Generation

04.07.2017 | Stand 02.12.2020, 17:50 Uhr

Pfaffenhofen (PK) "Bei der Gewinnung von Auszubildenden ist ein Umdenken erforderlich, denn die nachfolgenden Generationen bringen neue Erwartungen mit sich." Davon ist das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung (KUS) überzeugt. Das zweite Unternehmerfrühstück in diesem Jahr widmete sich dem Thema "Arbeitgebermarketing für die Generation Z - Wie Sie Auszubildende für Ihren Betrieb begeistern können".

Die Veranstaltung lockte über 50 Unternehmer nach Langenbruck. Die "Digital Natives" stehen in den Startlöchern, beenden ihre schulische Ausbildung und befinden sich kurz vor dem Eintritt in das Berufsleben. Junge Menschen, die nach 1999 geboren wurden, zählen dazu. "Die Generation Z hat einen großen Wunsch nach Entfaltung. Sie entwickelt sich nicht mehr nach strikten Vorgaben, Mustern und Arbeitsleitfäden. Darauf müssen sich die Unternehmen künftig ein-stellen", heißt es aus dem KUS. Moderne Arbeitsstrategien müssten eingeführt und kommuniziert werden. "Die Unternehmen müssen sich selbst und die angebotenen Ausbildungsstellen modern und zeitgemäß darstellen. Nur so hat das Ausbildungsmarketing Erfolg und es können mehr Bewerber gewonnen werden", resümierte Andreas Regensburger.

Die Ausbildungsexpertin Sabine Bleumortier stieg mit einer der wichtigsten Fragen in ihren Vortrag "Ausbildungsmarketing für Azubiflüsterer" ein - und wollte wissen: "Was macht Sie als Unternehmen einzigartig und warum soll ein Schüler die Ausbildung in Ihrem Haus absolvieren" Der Generation Z sei es wichtig, ehrliche und intensive Einblicke in das Unternehmen zu erhalten, am besten über digitale Ansprache. Moderne Karrierehomepages mit Infos und direkten Ansprechpartnern seien das A und O eines ansprechenden Ausbildungsmarketings. Die Azubis müssten den Nutzen erkennen, welchen sie durch die Ausbildung sowohl in der Gesellschaft als auch für sich persönlich erreichen könnten. "Die Digital Natives sind im großen Wohlstand aufgewachsen. Umso größer ist der Wunsch, den Sinn und Nutzen zu kennen."

Ein Unternehmen aus dem Landkreis, welches sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt, ist die Schreinerei Ludwig Mayr. Das Traditionsunternehmen aus Manching engagiert sich seit Jahren stark für eine fundierte Ausbildung und ist überzeugt, dass Arbeitgebermarketing mittlerweile den gleichen Stellenwert wie Kundenmarketing eingenommen hat. "Positive Wahrnehmung muss man sich auch auf dem Arbeitsmarkt erarbeiten", erklärte Geschäftsführer Andreas Mayr. Man stehe im Wettbewerb um Facharbeiter und Lehrlinge - und müsse wegkommen von dem verstaubten Ausbildungsimage. Das ginge nur, wenn man auf das Wertesystem der neuen Generation eingehe, so Mayr weiter. "Den Stift von damals gibt es nicht mehr. Der Auszubildende ist heute ein mündiger Mensch. Er erwartet eine klare Kommunikation auf Augenhöhe."

Die Thematik vertieften die Unternehmer im Anschluss beim gemeinsamen Austausch am Frühstücksbuffet. Das letzte KUS-Unternehmerfrühstück in diesem Jahr findet übrigens am 20. September in Pfaffenhofen statt. Der Vormittag widmet sich dem Thema "Internationalisierung - Strategien für die KMU".