Sandizell
"Das Wichtigste ist die eigene Gesundheit"

Sportler während der Coronavirus-Zwangspause (4): Manfred Schwarz

20.03.2020 | Stand 23.09.2023, 11:19 Uhr |
Bei Wachsen seiner Bretter: Manfred Schwarz gilt als leidenschaftlicher Alpinskifahrer sowie Inlineskater. −Foto: R. Kaufmann (Archiv)

Sandizell - 57 Lenze zählt Manfred Schwarz mittlerweile - und dient damit mehr denn als hervorragendes Beispiel dafür, dass Sport jung zu halten scheint.

 

Im Winter etwa ist der Sandizeller als begeisterter Alpinskifahrer in den Bergen unterwegs, vom Frühjahr bis zum Herbst genießt er in vollen Zügen das Inlineskaten. Sich faul auf die Couch legen? Weiterhin nicht sein Ding. Zumindest, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Jetzt, in der Coronakrise, ist Vieles zwar nicht mehr erlaubt, was auch Schwarz liebt und schätzt - aber er möchte nicht im Geringsten darüber klagen. Sogar ganz im Gegenteil. "Die rigorosen Maßnahmen hätten vielleicht sogar noch früher kommen müssen. Wir befinden uns in einer heftigen Situation - und wenn es die Leute nicht anders begreifen, dann müssen eben Verbote her", sagt der 57-Jährige klipp und klar.

Natürlich bleibt das auch für seinen Skiclub Sandizell, für den er ja bis in den Herbst 2019 hinein 30 Jahre lang mit voller Leidenschaft als Vorsitzender gearbeitet hatte, für den er immer noch mit großem Eifer aktiv ist, nicht ohne Folgen. "Alle unsere Inlinekurse, die wir heuer anbieten wollten, haben wir schon jetzt komplett abgesagt", berichtet Schwarz: "Es nutzt ja nichts, man muss da als Verein schon vernünftig bleiben - zumal noch lange nicht abzusehen ist, wie weit sich das Ganze mit dem Coronavirus noch hinziehen wird. "

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Menschenversammlungen vermeiden, Kontakt zu anderen Personen so weit wie möglich verhindern - der SCS möchte in dieser Hinsicht als Vorbild vorangehen, ohne jede Ausnahme. "Daher verzichten wir jetzt auch zunächst einmal auf einen neuen Skianzug für die kommenden Winter. Eigentlich sollte in den nächsten Tagen eine gemeinsame Anprobe hierfür stattfinden - aber eine solche bliesen wir jetzt rigoros ab. "

Schwarz, ein ansonsten stets gut gelaunter sowie fideler Zeitgenosse, wirkt bei diesen Sätzen extrem nachdenklich. "Die Menschen müssen jetzt einfach vernünftig sein", fordert er. Und irgendwie könnte die aktuelle Krise sogar ein klein wenig Gutes haben - "nämlich dann, wenn die Menschheit dadurch wieder ein bisschen zur Normalität zurückfindet", sagt der Sandizeller: "Man kann zum Beispiel auch mit weniger Geld leben. Das Wichtigste ist definitiv die eigene Gesundheit. "

Ob er glaubt, dass bis zum kommenden Winter der ganze Spuk vorbei ist? Dass dann wieder nach Lust und Laune Ski gefahren werden kann? Achselzucken beim 57-Jährigen: "Ganz ehrlich, dazu kann und will ich nichts sagen. " Dass bereits der vergangene Winter nicht wirklich ideal für seinen Sport verlief, dass er doch deutlich unter Schneemangel litt - kein Problem für Schwarz: "Unsere Skikurse mit dem Verein haben wir trotzdem durchgebracht, wir sind entspannt aus der Saison herausgekommen. "

Und sooo schlecht sei das mit dem weißen Untergrund auch gar nicht gewesen. "Gerade erst vor zwei Wochen hat's nochmals so richtig schön geschneit, da wäre im Gelände und im Tiefschnee noch einiges möglich gewesen", berichtet der Skifahrer aus Leidenschaft: "Wenn, ja wenn uns das Coronavirus und die damit verbundenen Sperren aller Skigebiete keinen Strich durch die Rechnung gemacht hätten. Aber auch in diesem Fall gilt: Die Sperren waren schon richtig - und hätten wohl sogar früher kommen müssen. "

SZ

Roland Kaufmann